Konzertbericht Billy Idol

Billy Idol Live 17.8.2018 am Tanzbrunnen Köln

 

Nach dem mehr als gelungenen Billy Idol Konzert 2015 in der gleichen Location war die Vorfreude und Erwartungshaltung sehr hoch! Wie bei den letzten beiden Konzerten war die Vorband extrem gewöhnungsbedürftig und passte nicht wirklich zum Hauptact! Diesmal gab es eine „Softhardrock“ Band aus Österreich die sich Kaiser Franz Josef nannte und musikalisch zwischen Bon Jovi und Europe lag. Die Band hätte sich lieber „Sissi“ nennen sollen und war recht schnell mit dem Set durch.

 

Die meisten Leute im Publikum feierten natürlich die Stimmungskombo ab, was bestimmt daran lag, dass sie nicht oft rauskommen. Natürlich war das Konzert wieder generationenübergreifend und manch Erziehungsberechtigter rockte mit seinem Nachwuchs ab! So sollte es ja auch im Idealfall sein!

 

Nach einer kleinen Umbauphase startete die Begleitband und Billy kam auf die Bühne um mit dem ersten Song zu starten! Shock the System von dem weniger erfolgreichen Album „Cyberpunk“ (für viele Fans das schlechteste BFI-Album) als Opener zu nehmen ist schon mehr als mutig! Auch wenn vor der Bühne gefeiert wurde, kam die Mehrheit nicht wirklich in Schwung. Bei der zweiten Nummer „Dancing With Myself“ war schon mehr Stimmung und bei „Scream“ von der genialen „Devils Playground“ ging sogar der Berichterstatter ab! Billy Idol gab alles und machte eine sehr gute Show und begrüßte die Leute in der ersten Reihe mit Handschlag. Das Highlight war für mich der Song „Worlds Forgotten Boy“ vom 86er Album „Whiplash Smile“ der sehr rockig performt wurde. Richtig auf die „Fresse“ gab es bei „Whiskey and Pills“ vom aktuellen Album „Kings and Queens of the Underground“, da kam bei Billy Idol ordentlich der Punk raus und er hatte richtig viel Spaß in den Backen! Leider punktete er damit nicht beim breiten Publikum, was leider nur bei den extremen mainstreamigen Klassikern abfeierte. Routiniert ging es mit Hits wie „Eyes without a Face“, „Blue Highway“, „Catch my Fall“ und Rebel Yell vom gleichnamigen Album weiter. Bei letzteren Song rockten alle ab und sangen Strophe für Strophe mit! Das sorgte für etwas Gänsehaut beim Schreiber! Natürlich gab es auch wieder sehr lange Gitarrensolos von Steve Stevens, die aber nach 5 Minuten nervten und irgendwie zu viel waren. Als Zugabe gab es „White Wedding“ wo der Mob nochmal in Schwung kam und „Money,Money“ mit dem der Spaß leider zu früh endete.

 

Verglichen mit dem Gig von 2015 fehlten für mich Songs vom aktuellen Album Kings & Queens from the Underground, Klassiker wie „Flesh for Fantasy“ oder „Sweet Sixteen“ (Akustik) und Generation X Songs, die diesmal komplett fehlten (z.B King Rocker oder Ready,Steady Go). Auch die Spielzeit war etwas kürzer als vor drei Jahren, aber Billy fucking Idol wird ja auch nicht jünger! Resümee: Irgendwie war es geil aber auch etwas enttäuschend. Billy Idol hat es noch drauf und wirkt authentisch was man von vielen Legenden nicht sagen kann!

Bericht von Stumpf