Interview mit Coppelius

Interview mit Max Coppella von Coppelius am 17.08.2018 auf dem Feuertal Festival.

Navigator: Stellen Sie sich unserer Leserschaft doch einmal vor!

Max Coppella: Hallo, hier spricht Max Coppella. Ich bin Klarinettist und Sänger bei der Musikgruppe Coppelius. Coppelius ist eine Musikgruppe mit klassischen Instrumenten, die doch eine recht furiose Musik machen und dem Steampunk zugeordnet sind. Man kann demnächst unsere Oper, welche die welterste Steampunk-Oper sein soll, im Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen noch einmal bewundern.

Max Coppella

Foto by: Sven Bernhardt / darkstars.de

Anmerkung: Die weiteren Mitglieder der Kapelle sind Klarinettist Comte Caspar, Schlagzeuger Nobusama, Cellist Graf Lindorf, Sissy Voss am Kontrabass und Kammerdiener Bastille. Mit Gesang beglücken uns alle Herren von Zeit zu Zeit.

Coppelius steht für die Rückkehr des Guten Tons, für fulminante Konzerte, für ein Erlebnis der historischen Art und für jede Menge Mumpitz und Tollerei!

Für einen Besuch auf dem Herrensitz folgen Sie diesem Link: https://www.coppelius.eu

Mehr Mumpitz gibt es hier: https://www.youtube.com/user/CoppeliusKanal

Foto by: Sven Bernhardt / darkstars.de

Navigator: Die Suche nach verlässlichem Personal ist zuweilen eine große Herausforderung. Weshalb überhaupt ein Diener, ist dies überhaupt noch zeitgemäß?

 

Max Coppella: Ja, ich finde es ist sehr zeitgemäß, da wir uns ja selbst, ich möchte sagen, im 19. Jahrhundert noch immer befinden. Und wir würden ohne einen Kammerdiener gar nicht den Alltag bewältigen können.

 

Navigator: Welche Qualifikationen benötigt ein Kammerdiener?

Max Coppella: Er muss uns die Stühle zurecht rücken, das Frühstück machen, das Mittagessen und Abendbrot. Die Schuhe von Zeit zu Zeit mal säubern und die Garderobe richten. Das sind allerdings nur die absolut wichtigsten Dinge, die man zunächst einmal kennen muss.

Kammerdiener Bastille

Foto by: Sven Bernhardt / darkstars.de

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Anmerkung: Bastille ist der Kammerdiener der Herren. Nur wenig ist über ihn bekannt, aber er ist mit Sicherheit eines der treibenden Rädchen hinter dem Konzept Coppelius. Besonders seine experimentellen Fähigkeiten bei der Herstellung von allerlei Tinkturen, sein ungebrochenes Pflichtbewusstsein und seine vielseitige Stimme, die unter die Haut geht, machen ihn unersetzlich.

Navigator: Es sind ja nun die verschiedensten Instrumente in Ihrer Musikgruppe vertreten. Hatten Sie schon das Vergnügen, ein weiteres Instrument neben der Klarinette zu erlernen oder gedenken Sie dies noch zu tun?

 

Max Coppella: Dass ich ein anderes Instrument als die Klarinette spiele?

Nun, mein Kollege Comte Caspar macht dies bereits, indem er sich eine unglaublich hässliche Gitarre gebaut hat und... also wenn er das bereits getan hat, dann möchte ich das nicht auch noch tun. Nachher vergleicht man mich noch mit ihm und das wäre unter meiner Würde

 

Navigator: Seit über 200 Jahren begeistern Sie das Auditorium. Was ist das Geheimnis Ihrer jugendlichen Frische?

 

Max Coppella: Nun ja, ich habe ja vorhin gesagt, nach diesen 200 Jahren hat man ja mit seinem Butler ein paar Erlebnisse und es gibt ein paar Dinge, die ich halt nicht verraten möchte, die dem Butler noch zugeschrieben werden. Aber über die genauen Tinkturen möchte ich dann lieber Stillschweigen bewahren.

Nachher müssen alle Menschen so lange leben und das ist nicht immer nur schön, wenn man Musik macht.

Foto by: Sven Bernhardt / darkstars.de

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Navigator: Ihre Bühnenabstinenz hat zur großen Freude der Fanatiker nun ein Ende gefunden. Wie haben Sie die Zeit fernab der Bühne überstanden?

Max Coppella: Man muss es eigentlich umgekehrt fragen: Wie überstehen wir die Zeit, wenn wir keine Pause machen? Das ist ja wirklich ein sehr anstrengendes Unterfangen, gerade mit diesen Leuten unterwegs zu sein ist für mich eine große Tortur. Aber ich muss sagen, es war eine besonders schöne Zeit. Wir haben Urlaub gemacht, ein bisschen gelüftet, möchte ich mal sagen.

 

Navigator: Unsere Leserschaft ist noch nicht vertraut mit dem Meisterwerk "Klein Zaches, genannt Zinnober", welches schon bald wieder auf den Bühnen der Welt (in Gelsenkirchen) zu sehen sein wird. Mit welchen Worten möchten Sie sie von einem Besuch überzeugen?`

 

Max Coppella: Nun, ich möchte behaupten, dass es ein wirklich grandioses Werk ist, da Coppelius selbst, die eigentlich nicht in der Lage dazu sind, in dem Fall doch in der Lage sind eine Geschichte zu erzählen.

Eine Geschichte unseres alten Sandkastenfreundes E.T.A. Hoffmann. Und ich finde, es war an der Zeit diese Geschichte einfach mal den Leuten nahe zu bringen, da es eine wirklich lustige und zum Teil ja auch noch gültige Geschichte ist.

Klein Zaches, genannt Zinnober

"Der missgestaltete und aus ärmlichen Verhältnissen stammende Klein Zaches gelangt durch den gut gemeinten Zauber einer mitleidvollen Fee zu höchsten Ehren und erhält die Gelegenheit, sein absonderliches Äußeres durch angenehmes Wirken, Güte und Zuvorkommenheit wettzumachen. Die Magie öffnet ihm die Türen in das Haus des Professors Mosch Terpin und seiner wunderschönen Tochter Candida. Doch nicht nur ihnen erscheint der kleine Sonderling in allen Dingen begabt und überaus eloquent, sondern alle sind von ihm verzaubert – bis auf Balthasar, einen Studenten und jungen Dichter, der vor allem die Natur und die schöne Candida liebt.
Doch sein Glück gerät durch die Machenschaften von Klein Zaches, auch Zinnober genannt, in Gefahr und nur die Kunst des Magiers Prosper Alpanus kann ihm helfen, Zinnobers dreistes Spiel zu beenden…" - MiR Gelsenkirchen

Quelle: [https://musiktheater-im-revier.de/#!/de/performance/2018-19/klein-zaches-genannt-zinnober/]

Bild: musiktheater-im-revier.de

Bild: musiktheater-im-revier.de

Navigator: Wenn Sie sich in ferner Zukunft zur letzten Ruhe legen lassen, welche Inschrift wünschen Sie sich auf Ihrem Grabstein?

Max Coppella: Oh, das ist ja eine wirklich interessante Frage. Darüber habe ich noch nie nachgedacht.

Hm... ich würde sagen: "Hättet ihr euch mal lieber um micht gekümmert, als ich noch gelebt habe!"

 

Navigator: Vielen Dank für das Interview, und wie immer:

Coppelius hilft!

Interview von  Alex

Ein besonderes Dankeschön richten wir an Sven und Michael von darkstars.de  für die großartigen Bilder. https://darkstars.de

Coppelius - Risiko

Quelle: YouTube