Die Letzte Instanz im Interview

Foto: Andraj Sonnenkalb

Seit über 20 Jahren gibt es sie schon, die Jungs der letzten Instanz. Anfänglich starteten sie mit starken Mittelalterelementen. Mit der Zeit entwickelten sie sich weiter und änderten sich auch musikalisch. Heute könnte man sie wohl eher dem Bereich Gothic Rock zuordnen. Erkennungsmerkmale sind die tiefsinnigen und kritischen Texte, die rockige Musik wird unterstützt durch Violine und Cello und hat, schließlich auch durch die Stimme von Holly Loose, einen absoluten Widererkennungswert. Dieses Jahr machen sie eine Tour auf dem MPS. Was sie dazu bewegt hat, was uns erwartet und ob sie damit wieder zu ihren Wurzeln zurück kehren werden, das und anderes haben wir Sänger Holly in einem Interview gefragt.

logo_mps_2_300_w.jpg

Foto: Andraj Sonnenkalb

Interview mit Sänger Holly Loose

Navigator: Ihr seid dieses Jahr das erste Mal auf einem MPS, oder irre ich mich da? Wie kam es dazu?

 

Holly: Du irrst dich. :) Im letzten Jahr hatten wir unser MPS-Debüt in Rastede. Nach dem Konzert sind wir dann via Mail ins Gespräch mit dem Veranstalter gekommen und haben sozusagen gemeinsam beschlossen, eine exklusive MPS-Tour zu wagen. 

 

Navigator: Bedeuten die Auftritte auf dem MPS für euch auch eine Reise in die Vergangenheit zu euren Anfängen und vielleicht auch eine Rückkehr?

 

Nun. Es ist alles offen. Momentan haben wir uns eine Schreibpause auferlegt. Wann diese beendet und wie es dann weiter gehen wird, steht momentan in den Sternen. Ein bisschen ist es natürlich so, das muss man ganz klar sagen, dass es eine Reise in die Vergangenheit werden ist. Das heißt allerdings nicht, dass wir nun nur noch die alten Sachen spielen. Ein Teil davon wird es sicherlich zu hören geben, dennoch können wir ja unseren Werdegang nicht verleugnen. Ich bin sicher, wir werden eine schöne Mischung aus alt und neu finden, die uns spaßig durch die Nächte führen wird. 

 

Navigator: Worauf freut ihr euch besonders in Hinblick auf die MPS Auftritte?

 

Holly: Ganz klar auf das Flair und die Leute. In Rastede hat es schon sehr großen Spaß gemacht und wir hoffen natürlich, dass wir da den Anschluss finden. Wir sind guter Dinge. 

 

Navigator: Holly Loose ist bekannter Weise ein Künstlername. Wie ist er entstanden? Ist er eventuell eine Hommage an den ersten Sänger „Lohse“ und den Gitarristen „Holly D.“?

 

Holly: Nein. :) Beide Namensähnlichkeiten sind rein zufälliger Natur. Die Geschichte meines Namens ist älter und länger. Auch wenn dies nicht mein bürgerlicher Name ist, so ist er durchaus doch auch kein Künstlername. Er ist entstanden, als ich 17 Jahre alt war und ich hab ihn einfach behalten. Wie er zustande kam, erzähle ich mal in Ruhe. 

 

Navigator: Euer recht neuer Song Wellenreiter hat mich sehr interessiert. Ich frage mich, ob ihr in ihm den Konflikt von Fernweh – zu Hause und Heimweh – auf Tour verarbeitet?

 

Holly: Da ist schon etwas dran. Ich persönlich bin mittlerweile ungefähr die Hälfte des Jahres unterwegs und nicht daheim. Das zerrt an den Nerven, das sorgt für Unruhe daheim, das verhindert ein Ankommen. Eigentlich. Ich persönlich habe da eine gute Balance gefunden. Auch in vielen Gesprächen mit meiner Frau und meinen Kindern. Alle müssen verstehen, was der Papa da tut und das er nicht nur auf „Klassenfahrt“ fährt. Aber ich schweife ab.. Das Lied hat weniger mit Realität als mit Ängsten zu tun. Was ist, wenn alles zerbricht, weil der Weg so ist, wie er ist? 

Quele: Youtube

Navigator: Glaubst du, dass Musik eine Lösung für gesellschaftliche Probleme / private Probleme sein kann?

 

Holly: Auf jeden Fall! Man kann darin versinken. Lieder regen zum Nachdenken an. Selbst Schlager zuweilen. Ich glaube, jedem kreativen Schaffen hängt ein Nutzen für die Allgemeinheit an. Man kann sich finden oder gar auf eine Suche begeben. 

 

Navigator: Was steht neben dem MPS 2019 noch für euch an?

 

Holly: Für die Instanz besteht der Rest des Jahres aus Planung für die Zukunft. Für jeden Einzelnen von uns füllt sich der Kalender entweder künstlerisch oder beruflich von ganz allein. 

 

Navigator: Wenn du heute entscheiden könntest, was in einer hoffentlich fernen Zukunft, einmal auf deinem Grabstein stehen soll, was würdest du schreiben wollen?

 

Holly: Ach. Ich brauche keinen Grabstein. Ich habe Lieder. 

 

Vielen Dank für deine Zeit!

Interview von Brina