Eisbrecherkonzert in der Turbinenhalle Oberhausen

Copyright: Ksenia Erebusodora Golubkova

Sonntag der 5.5.2019, 20 Uhr, Turbinenhalle Oberhausen. Ich werde gleich zum ersten Mal Eisbrecher live sehen und hören. Ich bin gespannt, denn ich verspreche mir ein mitreißendes Erlebnis.

Die Turbinenhalle ist eine herrlich stimmungsvolle alte Industriehalle. Das vor Diebstählen schützende Konzept von Wertbons erscheint mir sehr sinnvoll. Wertsachen und Jacken können in zur Halle passende Mietspinde eingeschlossen werden.

Gut kommt bei den Besuchern offenbar auch an, dass neben Getränken auch an das leibliche Wohl gedacht wurde.

Wartend in der Halle fällt mir der alte Kran auf, der noch aus betriebsamen Tagen hoch über der Bühne thront und mit seinem verdienten Ruhestand den Scharm der Industrieanlage abrundet.

Als Auftakt wird die All Star Band Faelder von Alexander „Alexx“ Wesselsky angekündigt. Schon beim ersten Lied wird klar, dass die Wahl diese Band als Vorgruppe sicher kein Fehler gewesen ist. Die dunkle und geschulte Stimme von Kai Niemann, dem Sänger der neu gegründeten Band, vermag Eisbrecherfans sicherlich anzusprechen. In einer Mischung aus

Gothic-Pop und Mittelalter-Rock wartet die Band mit einer Auswahl aus Balladen und kraftvollen Liedern auf. Texte und Melodie transportieren dabei durchaus Emotionen. Diese behandeln überwiegend ernstere Themen und verleihen der Musik eine deutliche Tiefe. Alles ist gut aufeinander abgestimmt. Neben der Musik sei an dieser Stelle auch die Lightshow positv hervorgehoben. Ich gehe davon aus, dass die Lichttechniker von Eisbrecher dafür verantwortlich waren. Auf jeden Fall habe ich schon oft konzeptloses Geflacker erlebt, dass keineswegs auf Professionalität schließen ließ. Hier jedoch wurde mit wenigen Mittel und einem klaren Konzept eine beachtliche Unterstützung des Auftritts erzeugt. Sehr schön.

Doch zurück zur Band. Für Freunde des ernsthaften, deutschsprachigen Rocks ist das Debüt Album "Unheilbar" sicherlich zu empfehlen.

Auch die weiteren Mitglieder der Band, die In Extremo-Mitglieder Sebastian Lange und Florian Speckardt, der Bassist Adrian Kehlbacher sowie Unheilig-Keyboarder Henning Verlage (der den Musikerzusammenschluss auch produziert), zeigen ebenfalls, dass sie ihr Handwerk verstehen.

So vergeht die erste halbe Stunde recht kurzweilig und bringt einen in Stimmung für mehr.

 

Nach einer kurzen Umbaupause geht es dann auch los.

Eisbrecher, - oder auch Alexander „Alexx“ Wesselsky, Jochen „Noel Pix“ Seibert, Jürgen Plangger, Achim Färber, Rupert Keplinger – stehen für temporeiche Musik mit harten Gitarrensounds und kraftvollen Elektroklängen mit deutschen Texten. Abgerundet werden die Auftritte mit unterhaltsamen Shows sowie einer ordentlichen Portion Humor und Selbstbewusstsein.

Vom ersten Moment an rocken Eisbrecher so auch die gut gefüllte Halle. Alexx Wesselsky gelingt es mit Leichtigkeit die gute Stimmung während der gesamten 16 Lieder aufrecht zu halten. Klassiker wie “Zwischen uns“, „Eiszeit“ und „This is Deutsch“ werden durch viele weitere gute Lieder aus der Schaffenszeit der Band ergänzt.

Dieses Konzert ist tatsächlich ein Erlebnis. Ich staune über die Inszenierung, die immer wieder Bilder wie aus Musikvideos auf die Bühne zaubert. Ich erlebe eine kraftvolle Trommeldarbietung der gesamten Band oder Schnee der von der Decke fällt.

Ich komme nicht umhin mich mitreißen zu lassen und ausgiebig zu tanzen, was durchaus ein gutes Zeichen ist.

Nachdem die Band sich mit dem Ende ihrer Tour in Oberhausen zufrieden erklärt, entsteht zunächst ein Moment ungläubigen Wartens, bis dann zunehmend lautstärker der Wunsch nach einer Zugabe im Publikum um sich greift. Diesem kommt Eisbrecher natürlich nach. Es gibt noch mal 5 Leckerbissen. Feiernd lässt Alexx Wesselsky den Abend mit dem Lied "Miststück" ausklingen.

Ich finde der Abend hat sich durchaus gelohnt. Nun heißt es allerdings warten. Da die Tour zuende ist, gibt es die nächsten Konzerte von Eisbrecher erst wieder im Dezember. Ich spare mir jedoch die genauen Termine, da sie schon ausverkauft sind.

Eisbrecher könnt ihr über den Sommer aber auf verschiedenen Festivals sehen. Hier könnt Ihr sehen, wo genau.

Bericht von Timo