Bericht vom 15. Feuertal Festival

17. & 18.08.2018 Wuppertal

Vorwort:

Berichte sollten eigentlich objektiv und sachlich sein. Ich finde das zum einen immer sehr langweilig außer es geht um wissenschaftliche oder politische Themen, und zum anderen habe ich mich diesmal für eine sehr persönliche und humorvolle Erzählvariante entschieden, da es der erste Festivalbericht für das Magazin ist und ich es unbedingt als Erinnerungstext sehr detailliert haben wollte. Wen Alex und mein Abenteuer nicht interessiert kann gerne nach unten scrollen zu den Bands. Die Überschriften werden euch verraten worum es gerade geht.

Freitag 17.08.2018 Tag 1

Aufbruch ins Ungewisse

Es war am Freitag gegen Mittag als mich die Nachricht ereilte, dass Timo, der eigentlich aufs Feuertal Festival fahren sollte, sich nicht gut fühlte. Ich hatte an diesem Freitag Urlaub und saß mit meiner Tochter, in Schlabberklamotten, am Küchentisch und bastelte. Ich atmete noch einmal tief durch und dann brach Hektik aus. Sachen packen, Duschen, Auto packen, dem Kind erklären, dass es leider nicht mit darf aber mit Papa ein schönes Wochenende verbringen wird (ca. 10x pro Minute) und so weiter. Dennoch schafften Alex und ich es rechtzeitig nach Wuppertal aufzubrechen.

Sie haben ihr Ziel erreicht…

Wir kamen gut durch, jedoch in Wuppertal selbst stellte uns das Navi vor ungeahnte Herausforderungen. „Jetzt rechts abbiegen, danach halb links“ …“Jetzt halb links und danach scharf links abbiegen“. Brina: “Ich glaube nicht das wir hier richtig sind…!“ Wir fahren an Schrebergärten vorbei auf einer Straße, die diesen Namen nicht wirklich verdient hat. Maximal ein Auto kann hier fahren. Blätter und Buschwerk streifen unser Auto. Ich sehe links neben mir einen steilen Abhang und atme tief durch. Im Schritttempo tasten wir uns langsam vor. Dann erreichen wir das Ende der Straße. Vor uns ist ein Abhang, links neben uns wieder ein Abhang und rechts neben uns eine Felswand. „Sie haben ihr Ziel erreicht!“ verkündet unser Navi. Alex beugt sich etwas vor und ruft:“ Ich sehe Zelte! Da unten!“ Brina: “Schön, aber wie kommen wir da hin?“ Erstmal rückwärts wieder aus dieser Schrebergartensiedlung raus, fahren wir noch dreimal im Kreis und treffen dann endlich auf einen Einheimischen. Mit seiner Hilfe fanden wir dann doch noch das „Hotel Feuertal“, allerdings hat uns die Kurverei durch die Wuppertaler Bergstraßen nun fast eine Stunde gekostet. Das Coppeliuskonzert können wir nicht mehr schaffen aber bis zum Interview war noch genug Zeit.

Hotel Feuertal

Wirklich schön! Ein Freibad, das zu dieser Zeit geschlossen war, dient als Festivalzeltplatz. Die Herren am Eingang waren sehr lustig und hatten immer ein paar humorvolle Kommentare auf Lager. Während Alex und ich alle Zeltsachen wie Packesel den Berg hochtragen hörte man von den „Hoteliers“ nur ein: “Immer schön Lächeln, dann ist es halb so schwer!“ Alex und ich ringen uns schwitzend ein Lächeln ab und schleppen weiter. Wir wählten einen Platz in Hanglage. Es gab fast nur Hanglage aber unsere Nachbarn hatten verdammt gute Musik und das machte gute Laune. Neidisch sah ich zu wie oben jemand sein Wurfzelt hinwarf und fertig war. Ich beschloss mir für das nächste Mal auch so eins zu kaufen und begann die verschiedensten Kleinteile zu sortieren. Ich hatte leichte Kopfschmerzen und setzte mich plumpsend ins Gras. „Ahhhhhhh!“, entfuhr es mir und ich rieb mir den Hintern, in den kurz zuvor eine Wespe ihren Stachel versenkt hatte. Verdammt! Allerdings konnte ich mir auch gut vorstellen, dass die Wespe Ähnliches gedacht haben muss als sie meinen riesigen Hintern auf sich niederkommen sah. Trotzdem haben wir das Zelt aufgebaut bekommen und schauten uns unser Werk stolz an. Der Eingang stand gerade aber der Rest war halt schief, aufgrund der Hanglage. Ich legte den Kopf seitlich und sagte: “Picasso würde dieses Zelt lieben!“. Alex meinte: “Hauptsache wir rollen heute Nacht nicht aus den Feldbetten!“. Nach kurzer Diskussion ob es besser wäre morgens kein Blut mehr in den Beinen oder im Kopf zu haben, stellten wir die Feldbetten seitlich. Meine Kopfschmerzen waren inzwischen sehr stark und ich nahm eine Schmerztablette. Das war ein Fehler! Ich hatte seit 9:00 nichts mehr gegessen und mein Körper zeigte mir kurzerhand den Mittelfinger. Japsend lag ich im Gras und versuchte das Karussell anzuhalten, doch es wurde nicht besser. Ich drückte Alex die Kamera in die Hand und hauchte: “Geh du, ich schaff es nicht! Lass mich einfach hier zurück. Ich bin nur Ballast für dich!“  Daher schreibt Alex nun weiter……

Alex allein auf dem Feuertal Festival       

  

Ich machte mich alleine auf den Weg zum Feuertal... so viele Treppen! Warum hat Wuppertal so viele Treppen!?

Außer Atem kam ich an der Waldbühne an und durfte feststellen, dass es die Mühen mehr als wert war. Eine solche Atmosphäre findet man nur selten auf Festivals, klein, gemütlich, herzlich und in einer Location, die einem den Atem verschlägt.

Ich konnte nicht nur Comte Caspar direkt ausmachen, sondern hatte auch noch Gelegenheit mich mit der GCSG (Geheime Coppelianische Straßenbau-Gesellschaft) kurzzuschließen. Unter Freunden feiert es sich doch am schönsten! Mit der neuesten Ausgabe des Käseblatts (Umsonst, kostenlos und gefüllt mit Mumpitz!) im Gepäck und Lindorfs Leather Girls and Boys verbrachte ich die nächsten Stunden.

Für das Interview selbst wurde ich aufgrund einer alkohol- und haarnichtwuchs-bedingten Unpässlichkeit des Comte Caspar an seinen Kollegen Max Coppella weiter vermittelt. Kurz und knackig nahm das Interview seinen Lauf. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank für den freundlichen Empfang und die Zeit!

Blick auf Wuppertal vom Campingplatz aus

Alex erobert das Festival

Käseblatt

Versengold

Versengold hatte schon angefangen zu spielen, also machte ich mich auf den Weg zur Bühne. Der Kessel war voll, die Stimmung ausgelassen und ich war endlich wieder zuhause! Schnell noch ein paar schöne Bilder gemacht, dann konnte auch ich mich von der Musik treiben lassen. Schweren Herzens und mit noch schwereren Füßen ging es irgendwann zurück zum Zeltplatz, Berg runter, Berg rauf-rauf-rauf, Treppen runter! Das nächste Mal warte ich auf's Shuttle...

Klickt auf die Galerie für Bilder in voller Größe!

Samstag 18.08.2018 Tag 2

Wahhh! Warum steht die Welt schief?

Am nächsten Tag wachte ich erholt auf. Ihr kennt das bestimmt, wenn es einem Abends so schlecht geht das man am liebsten sterben will, ist der nächste Tag umso schöner. Jetzt weiß man wieder wie schön es ist wenn einem nicht mehr schlecht ist und schwindelig.  Ich lag am äußersten Rand des Feldbettes aber rausgerollt bin ich nachts nicht. Voller Elan trat ich aus dem Zelt und fiel fast sofort auf die Nase. Rudernd versuchte ich mein Gleichgewicht wieder zu erlangen. „So muss sich Jack Sparrow fühlen!“, dachte ich mir. „Warum steht meine Welt jetzt schief? Ach ja, die Hanglage!“, erklärte ich mir selbst und hatte mein Gleichgewicht wieder gefunden. Ich bekam einen echten Bierdosen Aschenbescher von einem netten Piraten nebenan und ließ mich, sehr langsam, in den schief stehenden Campingstuhl nieder. Nun hatte ich endlich Zeit mir die Umgebung genau anzusehen. Wirklich schön hier. Das große Schwimmbecken war leer, nur in einem kleineren Becken war noch Wasser. Davor standen diverse Schwimmtiere unter anderem ein Regelbogeneinhorn. Schon ertönte eine fröhliche Stimme aus dem Lautsprecher: “GUTEN MORGEN liebes Feuertal!“ Stöhnende Laute kamen aus diversen Zelten um mich herum. „Ab 12 Uhr wird das Schwimmbad eröffnet!“ verkündete die Stimme weiter. „Oje!“, dachte ich mir und schmunzelte, „Das kann ja lustig  werden!“. Unten gab es ein Frühstücksbüffet gegen kleines Geld und dahinter konnte man begrünte Berghänge sehen. Eine tolle Aussicht. Hinter den Schwimmbecken ragte eine Felswand auf. Oben auf der Felswand führte eine kleine Straße durch Schrebergärten. „Sieh an, das Navi hatte uns doch richtig geführt….wäre die Welt 2D!“, erklärte ich mir selbst. Hinter mir bewegte sich das Zelt und Alex kam ebenfalls schwankend heraus. „Hui, das ist aber ne Schieflage!“ sagte Alex, „Ich brauch jetzt erstmal nen Kaffee!“

Planschende Metaller auf regenbogen-Einhörnern

Um Punkt zwölf würde das Schwimmbad freigegeben. Ich muss zugeben, der Anblick von langhaarigen Metallern, mit Bierdosen in der Hand, auf Regenbogen Einhörnern, im Wasser plantschen zu sehen, ist definitiv kein alltägliches Erlebnis. Als das Becken bereits gut mit badenden Festival Besuchern gefüllt war rief einer: “Alle im Kreis rennen!“  Bereits nach mehreren Runden hatten die Badegäste einen beachtlichen Strudel erzeugt. Der Langhaarige auf dem Einhorn hatte sichtlich Spaß und genoss sein Bier während sein Reittier in der Strömung immer im Kreis trieb. Der Anblick war fast schon hypnotisierend. Kurz hatte ich bereut keinen Badeanzug eingepackt zu haben aber wir waren ja auch zum Arbeiten hier. Also packten wir Magazinausweis, Kamera, Aufnahmegerät und Getränke ein und liefen los.

Der Flip ohne Flop

Nachdem Alex mir vom doch recht beschwerlichen Weg berichtet hatte, entschied ich mich für flache leichte Schuhe. Wieder eine Fehlentscheidung, wie ich bald bemerken sollte. Gerade als wir soweit waren, das ein Umdrehen nicht mehr sinnvoll gewesen wäre, gab mein rechter Schuh den Geist auf. Schmatzend rutschte er mir bei jedem Schritt vom Fuß. „Haha, das klingt wie ein Flip, nur der Flop fehlt!“, scherzte Alex. Sichtlich genervt mussten wir alle paar Meter anhalten damit ich wieder in meinen Schuh schlüpfen konnte. Dann wurden wir erfinderisch. Alex hat in seiner kleinen Notfallbox immer ein paar Pflaster. Kurzerhand klebte er mir den Schuh einfach am Fuß fest. Was soll ich sagen, es hat bis abends gehalten, sah aber etwas merkwürdig aus! Dann ging es hoch….Treppen um Treppen und wieder runter. Das Gleiche dann nochmal ohne Treppen und nochmal mit Treppen bis hoch zum Festivalort. Wir waren vollständig außer Atem. Ich verfluchte mein Gewicht und meine Raucherlunge, jedoch sahen alle um uns genauso fertig aus. Kurz seufzte ich auf, als ich hinter uns einen Bus hochfahren sah. Mit einem Das-ist-jetzt-nicht-wahr-Blick sah ich Alex an. „Wenn es eine Hölle gibt….“, ächzte ich, „…Dann besteht sie aus Treppen!“, ergänze Alex.

Die Treppe ins Nichts

Die Trepppen des Grauens

Stairway to heaven?

Durch einen alten Steinbogen gingen wir zum Einlass hinauf. Als wir danach auf den Festivalplatz traten war ich völlig überwältigt. Das Feuertal liegt umgeben von Wald in einem alten Steinbruch. Durch das viele Grün war es herrlich kühl dort und das Licht bot atemberaubende Schatten-Licht-Spiele. Der kleine Mittelaltermarkt war perfekt in dieser Atmosphäre. Ich hasse Treppen aber dieser Ort hat mich bereits jetzt schon entschädigt. Hinter uns erklommen noch viele Menschen die Treppen. Das Festivalgelände bot Platz für 2.700 Gäste und ca. 3x so viele Wespen. Hinter uns kamen auch noch Menschen die Treppen hoch gekrochen, die leider keine Karten mehr bekamen denn Tag 2 war restlos ausverkauft. Das ist absolut kein Wunder bei dem Line Up und der Location. Völlig beeindruckt  brauchten wir erstmal etwas zu essen.

Klickt auf die Galerie für Bilder in voller Größe!

Wespen

Wie schon mehrfach angeführt litten wir unter einer Wespenplage. Die Wespen waren zahlreich aber nicht aggressiv. Bis auf die Wespe die mich in den Hintern stach, was aus ihrer Sicht absolut verständlich war. Als wir uns ein Bratwürstchen besorgten kamen sie natürlich alle an. Eine besonders dreiste Wespe schnitt sich bei Alex ein riesiges Stück Fleisch aus dem Würstchen. Sie hatte sich eindeutig übernommen denn ihre Flugbahn erinnerte eher an ein Schiff bei hohem Seegang. Wahrscheinlich fühlte sie sich nach dem Transport wie Alex und ich nach den Treppen. Eine andere Besucherin hatte ganze 8 Wespen die ihr Wikingerblut stibitzen wollten. Ich kann mir wahrlich vorstellen dass diese Wespen danach auch keine gerade Flugbahn mehr hatten. Die Künstler auf der Bühne blieben auch nicht verschont. Immer wieder schlugen sie mit ihren Instrumenten nach ihnen. Chris von Incantatem berichtete sogar eine „weggemoscht“ zu haben. Im Publikum und bei den Fotografen sah man immer wieder Menschen die wie von der Tarantel gestochen herumwirbelten und mit den Armen ruderten. Entweder waren es Wespen oder auch die verdammt gute Musik, man weiß es nicht.

Gierige Wespe

Es kommt nicht auf die Größe an…

Wir platzierten uns rechts neben der Bühne bei den Fotografen. Ich packte meine geliehene Kamera aus. (Hier nochmal vielen Dank an Monika Dieckmann für diese wertvolle Leihgabe). Die anderen Fotografen hatten große, teure Kameras. Ich sah auf die Kamera meiner Nebenfotografin und wieder auf meine. Ich glaube ich hatte tatsächlich Größenkomplexe…aber zum Glück kommt es ja nicht auf die Größe an. Zu uns gesellten sich immer wieder diverse Sanitäter. Ein paar sehr lustige Menschen waren dabei und da sie für unsere Sicherheit sorgten, gehören sie genauso zum Festival wie alle Künstler und Techniker. Daher hier ein paar Gesichter derer die für unsere Sicherheit sorgten und sich während ihrer Bereitschaft nicht zu fein waren für ein paar Albernheiten.

Unsere Lebensretter

Major Voice

Leider konnte Eric Fish das Festival nicht eröffnen oder moderieren. Jedoch gab es eine würdige Vertretung. Der renommierte Opernsänger Major Voice übernahm die Eröffnung und Moderation.  Die umwerfende Bassstimme in dieser unglaublichen Akustik nahm uns schier den Atem und sorgte für 1A Gänsehaut. Major Voice hatte sich vom Operngeschäft zurückgezogen und eine neue Karriere aus Koch begonnen. Ob er wohl auch so gut kocht wie er singt?

Punch´n Judy

Die Crossover Folk Band aus Recklinghausen hatte die Ehre den zweiten Tag zu eröffnen. Die Band spielt härtere Folkmusik mit Metal- und Piratenmusik Einflüssen. Mit Geige und Akkordeon wärmten sie das Publikum auf. Höhepunkt des Auftritts war der allseits beliebte Song: „Koboldkönig“

Klickt auf die Galerie für Bilder in voller Größe!

Incantatem

Auf diese Band hatten wir uns sehr gut vorbereitet, denn wir hatten ein Interview mit ihnen nach der Show vereinbart. Incantatem überzeugte durch authentische Bühnenpräsenz und rockige Stücke. Die junge Band aus Hamburg hat neben dem üblichen Bandensembles auch Johanna als Cellistin dabei. Gerade das Cello gab den Songs den nötigen Tiefgang und wirkte unterstützend zu den Melodien. Es ist zudem sehr erfrischend eine Frau am Bass zu sehen. Viel zu wenige Damen entscheiden sich für dieses dunkle und harte Instrument. Mella bewies jedoch durch ihre rockig-frische Art und Instrumentenfestigkeit, dass es ein absolutes Vorurteil ist, das Frauen nicht an den Bass gehören. Malte erwies den tiefgreifenden Texten durch sein Bariton den besten Dienst. Seine kraftvolle Stimme und die rauchige Note gaben sowohl dem Schunkellied „Mara“ als auch den Seemannslied „Sehnsucht nach der Ferne“ das Tüpfelchen auf dem I. Der Schlagzeuger Thomas vermochte es vom Schlagzeug aus noch gute Laune zu versprühen und Chris an der Gitarre scherzte freundschaftlich mit Johanna auf der Bühne. Genau dieses Verhalten gab ihnen die bereits erwähnte Authentizität und Publikumsnähe, welche ihnen das Publikum mit tosendem Applaus honorierte. Wir waren sehr begeistert von ihrem Auftritt und freuten uns schon auf das Interview.

Klickt auf die Galerie für Bilder in voller Größe!

Interview mit Incantatem

Am Merchstand trafen wir zuerst Mella und Johanna. Wir unterhielten uns mit den beiden Musikerinnen und warteten solange auf die anderen Bandmitglieder. Natürlich waren die Berge und Treppen ein Thema. Als die anderen Bandmitglieder auftauchten suchten wir einen ruhigen Platz für unser Interview. Alex schlug vor, oben zum Café zu gehen. Dort soll es einem grandiosen Café geben. Wie wir später erfuhren, stammt der Kaffee aus einer lokalen Behindertenwerkstatt und ist in Wuppertal wohl recht renommiert. Alex als intensiver Kaffegenießer bestätigte zumindest die Qualität. Um zum Café zu gelangen mussten wir natürlich wieder Treppen steigen.  „Ich dachte, ihr wolltet nie wieder Treppen steigen!“, beschwerte sich Mella hinter uns. Und sie hatte vollkommen Recht. Die letzten Treppen haben mir auch bestimmt den Muskelkater verpasst. Da bin ich mir ganz sicher. Das Interview war lustig und in freundschaftlicher Atmosphäre. Ich kann nur für uns alle sagen, immer wieder gerne!

Brina nach dem Interview mit Incantatem

Paddy and the Rats

Durch das Interview verpassten wir zwar Ganaim aber zu Paddy and the Rats waren wir wieder am Start. Das Interview mit Paddy and the Rats hatten wir ja bereits vor zwei Wochen durchgeführt, daher konnten wir das Konzert einfach nur genießen. Trotzdem ließ ich es mir nicht nehmen, die ersten 3 Songs mit in den Graben zu gehen und die Band nochmal ganz nah zu erleben. Zu meiner Verblüffung begrüßte mich erst der Violinist Sam und danach auch Paddy durch Winken von der Bühne. Das hat mich sehr beeindruckt, denn die Jungs feiern zum einen ihr 10 jähriges Bandjubiläum und machen so unglaublich viele Shows, dass ich nicht damit gerechnet habe wiedererkannt zu werden. Tatsächlich nahm sich Sam sogar noch Zeit um Alex und mich nach dem Konzert noch einmal richtig zu begrüßen. Die Band begeisterte durch ihre Irish Folk-Piraten-Gypsy und Rock Musik mal wieder das gesamte Publikum. Fast alle tanzten wie wild und feierten zu den sehr eingängigen Melodien und Rhythmen und nein, das waren nicht alles nur den Wespen geschuldet. Für alles andere sei auf den Konzertbericht zu Paddy and the Rats verwiesen. Eine Besonderheit war allerdings, dass sie einen Song aus Ungarn vorstellten und das Publikum selbst mitsingen ließen. Es war wie immer eine wahnsinns Show und ich freue mich bereits auf jedes weitere Mal. Die Jungs machen einfach richtig gute Laune

Klickt auf die Galerie für Bilder in voller Größe!

Mittagspause

Danach brauchten wir erstmal etwas zu Essen. Dieses Mal entschieden wir uns für einen Falafelteller des mittelalterlichen Imbissstandes Vegetarix. Verdammt, das war extrem lecker. Sehr frisches Gemüse, Falafel und ein köstlicher Gemüsereis. Das Ganze in vollständig abbaubaren Holzeinweggeschirr. Wenn ihr auf einem Mittelaltermarkt mal den Stand Vegetarix entdeckt, probiert es aus. Ein wahnsinniges kulinarisches Ereignis und mit 5€ definitiv noch bezahlbar.

Schandmaul

Gestärkt schauten wir uns danach Schandmaul an. Eine Band die eher zu den „alten Hasen“ gehört. Schön war, dass die Band am Anfang die Contestgewinner präsentierte, welche eine Bühnenpräsenz gewonnen hatten. Besonders süß war ein junges, wohl leider auch krankes Mädchen (ca. 11 Jahre), die sich aber nicht abhalten lies ihre Lieblingsband live auf der Bühne zu besuchen. Mit Gehörschutz setzte sie sich an eine aufgebaute Bar. Noch 2 andere Herren und eine Dame hatten gewonnen und setzten sich zu ihr. Eine junge und attraktive Bardame war schnell gefunden und so übernahm Saskia von Ganaim den Job.  Annas, seit 2017, frei gewordener Platz, wurde mit Ally Storch besetzt. Die Frau mit den unglaublich langen, blonden Haaren kennen wir schon von Subway to Sally und ASP. Die Band spielte alte wie neue Songs und Sänger Thomas vergaß immer mal wieder die Texte. Da halfen auch die Spickzettel nicht. Jedoch ging er mit jedem Patzer so lustig und charmant um, dass man es ihm absolut nicht über nahm. Entweder half die Band oder gar das Publikum weiter. Er machte sogar ein Spiel daraus und spielte „Wandersmann“ völlig unvorbereitet und unerprobt. Das Publikum durfte die Fehler zählen die er oder Gitarrist Martin machten. Im Akustikset fehlte mir etwas der Rumms den Schandmaul sonst hat aber trotzdem war es ein gutes und lustiges Konzert. Am Ende durften die Contestgewinner sich mit der band vor dem Publikum noch verbeugen und bekam so einmal das Gefühl wie es ist, wenn einem über 2.000 Menschen applaudieren.

Klickt auf die Galerie für Bilder in voller Größe!

Saltatio Mortis

Jetzt wurde es richtig voll.Die headliner Saltatio Mortis wurden erwartet. Im Vorhinein sagte man uns, dass wir erst ab Lied drei vorne fotografieren dürften. Die Pyrotechnik war viel zu nah an uns dran. „Ansonsten werdet ihr gegrillt!“, verkündete der Organisator. Ein absolut überzeugendes Argument. Keiner von uns wollte es auch nur riskieren.

Saltatio Mortis waren mit ihrer bombastischen Feuershow natürlich absolut als Headliner geeignet. Ein feuriger Abschluss für das Feuertal Festival. Sänger Alea verkündete, dass sie selbst das Feuertal Festival 2002 eröffnet hätten und heute Headliner seien. Ein herrlicher Übergang zu ihrem neuen Song „Große Träume“. Insgesamt spielten sie viele Songs aus ihrem neuen Album „Brot und Spiele“ welches am Vortag erschien. Unglaublicherweise kannten viele aus dem Publikum bereits die Texte und sangen lautstark mit. Besonders lustig war es, als Alea verkündete, dass der Song „Nie wieder Alkohol“ auf wahren Erlebnissen des Schlagzeugers Lasterbalgs beruhte, der wirklich ohne Hose nach Hause musste nachdem er eine großartige Party gefeiert hatte. Danach sorgte der neue Song erst recht für viele amüsierte Gesichter im Publikum. Natürlich spielten sie auch alle alten Hits wie „Prometheus“ und „Eulenspiegel“. Zum Song „Rattenfänger“ ließ sich Alea eine große Runde auf des Publikums Händen nicht entgehen.  Eine Wahnsinns Show, die selbst Alex und mich noch einmal aufweckte.

Klickt auf die Galerie für Bilder in voller Größe!

Das Ende          

                        

Damit endete für uns auch der Abend. Wir nahmen den Shuttlebus zurück zum Campingplatz und genossen ein wahres Camping Abendessen: Pistazien, Chips und M&Ms. Es war ein großartiges Festival und selbst beim Abbau lachten wir noch über das Geräusch der Krümelmonster-Badelatschen die einen Mann im Schnitteroutfit zum Auto trugen. „Der Tod klingt wie Badelatschen!“, sagte ich zu Alex. „Klingt nach einem guten Titel für einen Krimi!“, entgegnete er und damit verließen wir das Feuertal Festival. Hoffentlich nicht zum letzten Mal.

Danke fürs Lesen! Alex und Brina

Bericht von Alex und Brina

Fotos by Brina