Konzertbericht - The Brains

und Jamey Rottencorpse and the Rising Dead

Obwohl dieses Konzert bereits im Oktober 2017 war, lohnt sich ein Blick zurück...

„Watch out! Tornado is coming down!“ heißt es in einem Song der Brains vom neusten Album „Out In The Dark“. Einen Tornado hatten wir am 6.10.2017 zum Glück nicht, aber Sturmtief Xavier fegte durch Deutschland an diesem Abend und zog den Verkehr in Mitleidenschaft. So hatte auch die Vorband: Jamey Rottencorpse And The Rising Dead mit Problemen im Bahnverkehr zu kämpfen. Die Bands trafen zum Glück alle pünktlich ein, jedoch ließ das Publikum länger auf sich warten. Erst kurz vor dem Auftritt trudelten immer mehr und mehr Menschen ein und es wurde sehr schwer, sich im Bastard Club Osnabrück noch vor und zurück zu bewegen. Die Brains lässt man sich nun einmal nicht einfach entgehen! Da wurde einfach noch eine Schicht Haarspray auf den Flat oder die Tolle aufgetragen und ab gings durch den Sturm.

Die Vorband: Jamey Rottencorpse And The Rising Dead, eine Horrorpunkband aus Bremen, glänzten mit aufwändigen Kostümen und Makeup. Jedes Bandmitglied verkörperte eine andere klassische Horrorfigur. Mit großartigem Sound und einem guten Schuss Humor wärmten sie das Publikum auf und schlossen mit einem großartigen Cover von Somewhere Over The Rainbow als Horrorpunkversion: Somewhere Under The Graveyard. Auch Backstage und am Merchstand verbreiteten die Jungs gute Laune und viel Spaß. Besonders im Gedächtnis wird mir Schlagzeuger Jan bleiben. Ein E-Zigarette rauchender Werwolf ist einfach ein einprägsamer Anblick, vor allem, da es bei jedem Zug aus den Ohren qualmte!

Die Brains trafen also auf ein gut gelauntes und forderndes Publikum. Besonders beeindruckt hat mich der unglaublich gute Sound. Hier also auch ein Kompliment an die Techniker. Alle Stimmen und Instrumente waren klar und sauber zu hören und es dauerte nicht lange bis auch das Stammpublikum, in der hintersten Clubecke, anfing sich zu den melodiösen Songs zu bewegen und zu tanzen.

Die großartigen Gitarrenriffs von René de la Muerte ließen selbst die mürrischsten Rocker mit Kopf und Fuß wippen.  Colin slappte den Kontrabrass mit so viel Power und Professionalität, dass man selbst ganz hinten noch den Bass unter den Füßen vibrieren spürte. Phil spielte am Schlagzeug so leidenschaftlich und wild, dass man Angst bekam, er könnte ein Schleudertrauma erleiden.

 

Backstage und im Publikum bekam ich die Gelegenheit Renés Frau (damals noch Verlobte) Emily Marilyn, ein US-amerikanisches Fetischmodel, kennen zu lernen. Eine absolut freundliche und liebenswerte Persönlichkeit, die sich, wie wir alle, ins Publikum stellte und die Band anfeuerte. Gerne posierte sie, mit Fans aus dem Publikum, für ein Selfi.

Während draußen der Sturm tobte, tobte drinnen das Publikum. Gute zwei Stunden forderte das Publikum alles von der Band und feierte und beklatschte die drei Vollblutmusiker dafür ausgiebig. Alle Songs, sowohl alte als auch neue, waren großartig gespielt und das Publikum lohnte es der Band mit Sprechchören. „More Brains! More Brains!“ und „We want Brains!“, hallte es laut durch den Bastard Club. Der Gedanke an eine Horde Partyzombies durschoss automatisch meinen Kopf. Trotz der sichtbaren Anstrengung der Band gaben sie noch drei Zugaben und überschritten damit sogar die Sperrzeit.

Noch begeistert vom Konzert kam kurzfristig etwas schlechte Stimmung auf, da die Meldung durch den Club ging, dass diverse Züge ersatzlos ausfallen. Damit saßen einige Menschen fest, inklusive mir. Doch Psychos halten zusammen und so fand auch ich ein nettes Paar aus meiner Heimatstadt die mich dankenswerter Weise mitnahmen. Daher endete der Abend genauso großartig und denkwürdig wie er sich im Verlauf entwickelt hatte.

Artikel geschrieben von Brina
Copyright der Bilder liegen bei Brina; the BRAINS und Carl Thériault

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