Paddlecell

Interview & Konzertbericht

Konzertbericht

Am 23.02.2019 hatte ich die große Freude, die Band Paddlecell im Wirtschaftswunder Wuppertal zu sehen. Wie ich bereits im Bericht zum Kicks Back Festival schrieb, mag ich diese Band sehr gern, jedoch traten sie dort ohne Bläser auf. Daher freute ich mich sehr darüber, dieses Mal Paddlecell mit Posaune und 2 Saxophonen zu sehen.

 

Die Kneipe Wirtschaftswunder in Wuppertal ist liebevoll mit Retro Artikeln dekoriert. Alte Schilder, eine alte Dieseltanksäule, eine E-Gitarre und alte Gemälde sind nur einige der Schätze, welche die Kneipe sehr gemütlich machen. Der Aufbau entspricht einem englischen Pub mit separatem Billardzimmer. Hinter der Theke ist der Eventraum mit kleiner Bühne. Das Personal war sehr freundlich und zuvorkommend und die Preise der Getränke sind auch für einen schmalen Geldbeutel geeignet.

Dort traten Paddlecell auf. Ich freute mich sehr darüber, dass ich vorher noch kurz mit Sänger Mark ein bisschen plauschen konnte, obwohl die Band einen recht stressigen Tag hatte. Wie inzwischen vielleicht bekannt ist, liebe ich das Saxophon als Instrument. Phillipp, der Saxophonist am Tenor Sax, nahm sich etwas Zeit mir ein paar Techniken des Spielens zu erklären und den langen Weg des Lernens. Sehr interessiert erfuhr ich, dass man das Saxophon mit Bewegungen des ganzen Körpers spielt. „Musik ist Sex“, wie wahr diese Aussage ist, sieht man meiner Meinung nach am besten bei Kontrabass- und SaxophonspielerInnen.

Posaunist Carsten eröffnete das Konzert. Sofort war die Stimmung großartig. Paddlecell begeisterte das Publikum und musste, nach ihrem gesamten Programm noch 2 Zugaben spielen. Schon bei der ersten Zugabe, spielte Saxophonist Geo (Bariton Sax) einen alten, erschöpften Mann, der nur noch mit Stütze von Bassist Frank auf die Bühne geschoben werden konnte. Durch den vollen Raum und das tanzende Publikum war es wirklich sehr warm geworden. Bei der Zugabe tanzten die gesamten ersten Reihen des Publikums ausgelassen. Spätestens bei „Shaking Hands“ blieb kein Mensch mehr ruhig und wippte mindestens mit Fuß oder Kopf im Takt. Die zweite Zugabe (ein zweites Mal Flatman) erbat sich eine zukünftige Braut mit den dazugehörigen Junggesellinenabschieds-Damen, gekennzeichnet durch lila Schärpen und Hütchen. Unter der Auflage, dass die Braut mit auf der Bühne tanzte, spielten Paddlecell sogar noch eine zweite Zugabe.

Einen besonderen Dank möchte ich noch Sebi und Mel aussprechen, die mich zurück zum Hotel begleiteten und mir zudem noch eine kleine Touristentour durch Wuppertal gaben.

Interview mit Marc (Gesang, Gitarre)

Navigator: Der Schreibfehler, der euren Namen erschuf, handelt es sich um das Wort „Padded Cell“ (Gummizelle) das eigentlich den Namen geben sollte?

Marc: Ja, richtig es war ein wundervoller Fehler (lach)

 

 

Navigator: Wie kam es zu der Idee den fröhlichen und extrem gut gelaunten Abkömmling des Reggae, den Ska, mit dem Thema Horror eine dunkle Note zu geben und damit die musikalische Darstellung des irre-fröhlichen Psychokillers zu kreieren?

Marc: Ich liebe Psychobilly und Ska, doch die Zeit für 2 Bands hatte ich damals nicht. Somit entschloss ich mich, beide Stilrichtungen in eine Band zu packen. Da viele Psychobillys auch Ska hörten, stand dieser Idee nichts im Wege.

 

Die Benennung oder Erfindung des Namens „Horror Ska“ Anfang der 90er entstand bei einem Posaunisten Casting. Es war ein eleganter schnieker Mantelträger mit lässigem langen Schal um den Hals, ich werde die Bilder nicht mehr aus meinem Kopf bekommen (lach), der so erschrocken über unseren Sound war. Er ging mit den Worten „Das ist ja Horror!!! Das ist nichts für mich“. Wir fanden das extrem lustig. Während des Lachens äußerte ich meine Idee:“ Sehr gut, dann heißt unser Ska jetzt Horror-Ska.“ Wir waren uns alle einig, einfach paddletastic!!! (lach)

 

 

Navigator: Marc, wie schaffst Du es, diese extrem tiefe, dreckige Stimme zu singen? Ausbildung, Whiskey und Zigarren oder natürliches Talent?

 

Marc: Ja, das ist schon verrückt, was ich da alles bezüglich der Stimme schon erleben musste. Selbst die besten Kumpels glaubten mir nicht, dass ich das so singe, es wurde sogar ein Vorsingen nach dem Konzert ohne Mikro verlangt, …naja… ich weiß nicht wie ich das mache, ich denke über den Kehlkopf. Whiskey hört sich aber besser an… (lach) sagen wir es ist der Whiskey, ein Paddlecell Whiskey

 

 

Navigator: Deine Stimme wird oft als Kopie von Sparkys Gesangsstimme beschrieben. Wie stehst Du dazu? Empfindest du es als ärgerlich als Kopie zu gelten oder siehst du es eher als Kompliment mit Sparky in Verbindung gebracht zu werden?

Marc: Ich liebe Sparkys Stimme, somit sehe ich es als großes Kompliment, doch Sparky kopieren war nicht angedacht, eine tiefe Stimme sollte her, ich versuchte es und es passte.

 

 

Navigator: Warum habt Ihr zusätzlich das Paddlecell Trio gegründet.

Marc: Es gab früher immer terminliche Probleme, dass irgendein Bläser nicht konnte.
Damit wir trotzdem was anbieten können, kam die Idee vom Trio. Frank und Peter sprachen mich des Öfteren schon darauf an, wann wir es mal umsetzten könnten. So kam es dann auch, dass wir mit dem Trio auf dem Psychobilly Kicks Back spielten.

 

 

Navigator: Was hat Steven King mit eurem aktuellen Album zu tun?

 

Marc: „Sometimes they come back“ ist einer meiner Lieblingsfilme, ich fand das passt doch voll auf uns, wir kamen ja auch nur manchmal wieder. So schrieb ich den Titel auf „Sometimes we comeback!“ um und baute Paddlecell in die Story ein. So war auch direkt klar, das Thema des Albums wird eine Anlehnung an diesen Film.

 

 

Navigator: Wie kam es zum Geist als Euer Logo? Wer hat es entworfen?

 

Marc: Als ich unsere zweite Webseite erstellt hatte, wollte ich ein ansprechendes Intro haben. Etwas Mächtiges sollte, während des Intro Songs, erscheinen, so zeichnete ich die Figur in dem Programm Flash. Es entstand das Paddlecell Monster, welches sich auf Totenkopf nach oben aufrichtete. Später kam dann die Idee, dies als unser Logo zu nehmen und auf Shirts und Banner zu drucken.

 

 

Navigator: Ihr seid bestimmt auch Horrorfans, welche Horrorfilme bevorzugt ihr?

 

Marc: Wir bevorzugen heute Horror Klassiker wie z.B.: mit Hauptdarsteller „Vincent Price“. Psycho Horror „Dr. Mabuse“, ja und nicht zu vergessen die 80/90er Jahre Teenager Horror.

 

 

Navigator: Habt Ihr vor ein Musikvideo zu drehen? Noch gibt es ja leider nur einen Zusammenschnitt aus Bildern.

Marc: Oh ja, das ist ein ganz aktuelles Thema, im April fangen wir an zu drehen, mal sehen ob´s was wird?

 

 

Navigator: Was steht bei Euch 2019 noch an?

 

Marc: England, Hamburg, Finnland, Hannover, Dortmund und hoffentlich dabei viele nette Menschen kennen lernen!!

 

 

Navigator: Wenn Ihr Euch heute aussuchen könntet, was in einer hoffentlich weit entfernten Zukunft, einmal auf Eurem Grabstein stehen soll, was würdet Ihr schreiben lassen?

 

Marc: Paddlecell war einfach „PADDLETASTIC“

 

Navigator: Vielen Dank für Deine Zeit!

Interview und Bericht von Brina