Alien Instant Noodle - Crispy! EP


(english version located below)

Für alle die in den Neunzigern aufgewachsen sind, wird sich alles am Erstlingswerk von AIN erfreulich vertraut anfühlen. Von der Alien Ikonographie, die so stark vertreten war zu Zeiten der X-Files, bis zu den Nu Metal Klängen, welche die letzten zwei Jahrzehnte wie ein schemenhafter Traum erscheinen lassen, aus dem wir gerade erwacht sind, so finden wir uns wieder in unseren Jugendzimmern - glücklicherweise ohne die Akne.

Es sollte also nur natürlich sein, dass all jene, die sich an diese Zeit nur als Kleinkinder erinnern können, nun den Kreislauf erneut starten und diese Klänge unter Protest in die 2020er zerren. Von Beginn an präsentiert der Opener "You Said" ein Gemisch an schweren, mid-tempo Drums mit einer Spur von Breakdown Riffs und bissigem Rap. Soweit so gut. Jedoch hebt sich der Song in seinem Chorus hervor, wenn Rap dem Screaming weicht und die Gitarren einen wunderbar epischen, aufschwingenden Klang annehmen.

Das zweite Lied "IWSY" nimmt starke wiederholende Riffs und toppt dies mit einer stimmlichen Darbietung direkt aus dem Durst Rezeptbuch. Die Bridge ist ein Beispiel des klassischen langsamen Aufbaus, einer soft/hard Dynamik, einem Hauptbestandteil des Genres.

Der dritte und letzte Gang des Menüs, "Unexpected" betitelt, schafft eine gute erwartungsvolle Atmosphäre bis er in ein bedrohliches aber ansprechendes Growling ausbricht - wahrscheinlich das beste der EP. Ein eher klassisches Gitarrensolo ist ebenfalls willkommen, aber vor allem in diesem Abschnitt klingt die Produktion als könne sie noch etwas Feinschliff vertragen.


Alles in allem zeigt die EP eine zusammenhängende Vision auf Seiten der Schöpfer. Das Texten und die Komposition sind solide und gut ausgeführt. Momentan aber verschwindet die Verpackung Instant Nudeln ein wenig zwischen den anderen identischen Verpackungen auf dem Regal. Ich habe keine Zweifel, dass sie die Fähigkeiten haben, dieses Genre zu entstauben - hierfür gibt es Beispiele in den Liedern 1 und 3, und diese Momente stechen als Glanzpunkte heraus. Wenn sie es schaffen, weiter in diese Richtung zu drängen, komme ich gerne für einen Nachschlag wieder.


English version

For those who came of age in the 90s, everything about AIN’s debut EP will feel comfortingly familiar. From the alien iconography so prevalent in the heyday of X-Files, to the nu metal sounds that will make the last two decades seem like a hazy dream that we just woke up from, and we find ourselves back in our teenage bedrooms – thankfully minus the acne.

It should only be natural that those who could only remember those days as toddlers should now restart the cycle and pull those sounds screaming back to the 2020s. From the get-go the opener “You Said” serves up a stir-fry of big, mid-tempo drums with a side of breakdown riffs and snarling rapping. So far so good. However, the song distinguishes itself at its chorus, when rapping makes way for screaming, and the guitars take on a wonderfully epic, soaring tone.

The second track “IWSY” takes a groovy looping riff and tops it with a vocal delivery out of the Durst recipe book. The bridge is an example of the classic slow-build, soft/hard dynamic, a staple of the genre.

The third and final course, titled “Unexpected”, sets a good foreboding atmosphere until it breaks into a menacing but pleasing vocal growl – probably the best of the EP. A rather classic guitar solo also feels welcome, but the production on specifically that section sounds like it could be a bit more polished.

In all this EP exhibits a coherent vision on the part of its creators. The song-writing and composition is solid, and is executed well. At the moment however, this package of instant noodles disappears a little bit among the many other identical packets on the shelf. I have no doubt that they have the skills to renew the genre – there are examples of this on tracks 1 and 3, and these moments stand as highlights. If they can keep pushing in that direction, I would be happy to bring my plate for seconds.


Bewertung: 2,5/5

Rezension by Nico

Translation by Alex

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