Insidious Voice - Live at Subkultur Hannover


Die Newcomer Band Insidious Voice habe einen Livemittschnitt ihres Auftritts als Single rausgebracht. Vier Songs wurden hier mitgeschnitten von einem Konzert im Subkultur Hannover am 14.04.2018.

Thematisch bewegen sich die fünf Musiker aus Hannover in eher düsteren Gefilden. Die Songs handeln von Hoffnungslosigkeit, dem Gefühl verrückt zu werden und ganz besonders häufig vom überwältigenden Gefühlschaos im eigenen Kopf. Die Musik ist daher bewusst bedrückend gespielt.

Beeindruckt hat mich die künstlerische Umsetzung des Themas. Die Musiker haben die Songs bewusst mit schnell wechselnden, dissonanten Tonfolgen aufgenommen. Das führt dazu, dass man unweigerlich die Stimmung durch die Töne fühlt. Harmonien und eingängige Akkorde und Texte werden daher, aus künstlerischen Gesichtspunkten, bewusst vermieden. Diese Herangehensweise ist sowohl kreativ als auch mutig, denn der Hörer wird sich erst ins Thema einfinden müssen, um die teils abgebrochen Tonfolgen nicht als mangelndes Talent sondern als gewollten Kunstgriff interpretieren zu können.

Die Stimme von Matthias Wieding Drewes ist ganz und gar nicht heimtückisch (Insidious Voice) sondern ein kraftvoll vorgetragener Tenor mit starkem Vibrato. Durch das Vibrato entstehen kurze harmonische Gesangspassagen des gehaltenen Tons, die dann sofort von einem Tonumschwung im Song abgebrochen werden. So entsteht die Illusion von mehreren Stimmen. Dies entspricht wiederum sehr stark dem Thema, der Stimmen im Kopf und der stark wechselnden Gedanken.

Mit ihrer Vorliebe für Dissonanzen wird die Band wahrscheinlich niemals „massentauglich“ für das interessierte Ohr jedoch, bietet diese Band eine künstlerische Darstellung von düster, erdrückenden Gedankenwelten. Wer sich für Dissonanzen allerdings nicht begeistern kann, wird hier wohl eher enttäuscht werden.


Bewertung: 3/5


Rezension von Brina

15 views