Requiem - Global resistance rising


Die Veröffentlichung der schweizerischen Brecher liegt zwar nun schon ein wenig zurück, der 2019er Output von Malevolent Creation allerdings gab den Anstoß, sich mit "Global resistance rising" eingehender zu beschäftigen.


Mit dieser Scheibe hält man eine Expressabfertigung von Marodeuren für Marodeure in seinen Klauen. Es gibt nur eine Richtung. An die Front!!! Man verschiebt die Frontlinie weiter ins Feindesland und hinterlässt keine Gefangenen auf dem Feld. Schnell, präzise und zielgenau kommen die Songs zu ihrem jeweiligen Punkt. Man hat ja schließlich keine Zeit zu verlieren. Dabei sind sowohl die gesamte Scheibe als auch die einzelnen Songs merklich bewusst austariert zwischen rohem, wüstem Hackschrot und ätzend-sinsistren Passagen, die einen zu der Annahme einer Atempause verleiten können, damit aber wieder ganz schnell und radikal aufgeräumt. Der Katalog der federführenden Einflüsse, angeführt von Malevolent Creation ist a la boneur und klar vernehmbar. Solche Fisimatenten wie etwa Innovation werden einfach dahingerafft von der schieren Stoik der Präsentation.  "Tech" und Co. sollen andere übernehmen.


Der Enthusisasmus dieser  Dampframme ist wahrlich herzerfrischend und weit mehr als nur eine fahrige Reminiszens an unser aller musikalische Ursprünge. Hervorhebenswert an "Global resistance rising" sind primär die Konsequenz und die Stringenz, die ihren Niederschlag in den 10 Kompostionen finden. Fragte sich mancher bei der Zuführung von "The 13th beast" von MC, ob man das stelleweise nicht irgendwie dichter, zwingender hätte ausführen können, so würde er die Antwort darauf von den Schweizern erhalten. Die Honoratioren der frühen Tage sind zu Marken und Institutionen avanciert, deren Antrieb vorrangig das Halten von mit ihnen verbundenen Standards ist. Requiem aber, die ja nun auch schon seit 2001 ihr Unwesen treiben, streben in die Nischen und spots, die sich zwischen den Altvorderen auftun. Das tun sie mit  Recht, Macht und Fähigkeit. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die gesamte Discographie von Requiem durchweg gut- bis hochklassig ist und nicht nur ein Artwork von Dan Seagrave, dessen Beitrag ja seit jeher ein Gütesiegel des Genres war, aufweist. Wobei der Magger auf´m Moped des letzten Outputs schon eine oder der Fragen zwei aufwerfen kann ;) Nachdem Requiem ihre letzten drei Ergüsse von Andy Classen haben bannen und veredeln lassen, begab man sich diesmal in die Iguana Studios, die zu einem völlig gleichwertigen und ebenbürtigen Ergebnis gekommen sind. Aus den Boxen bricht ein klassischer und natürlicher Sound heraus, der einen nichts verpassen lässt. Somit wird "Global resistance rising" ein in allen Belangen mehr als gelungener Soundtrack zum nächsten Sturmlauf.

Wie sagte der T-1000 einst zu Sarah Connor? "Ich weiß, dass das weh tut"


Bewertung 4/5

Rezension von Kim

1 view