Serocs - The Phobos/Deimos Suite


Mit "The Phobos/Deimos Suite" legte das multinationale Projekt Serocs um den Gründer Antonio Freyre Ende 2018 nach 3 Jahren den Nachfolger von "and when the sky was opened" vor.


Ein massives, technisch anspruchvolles Werk für den Freyre sogar namhafte Mitmusiker wie Mike Poggione (u.a. ex-Monstrosity, ex-Capharnaum) am Bass ausgetauscht hat.

Die mit 2 weiteren Musikern praktisch runderneuerten Serocs, die ihre Erwähnung leider eher in den Empfehlungen von YouTube denn in einschlägigen Fanzines fanden, haben mit dem aktuellen Release einen deutlichen Beweis dafür angetreten, dass auch im Underground Bands kontinuierlich daran arbeiten, die Messlatten der üblichen Verdächtigen wie Nile und Obscura zu erreichen und diese teilweise auch zu überwinden.


Kevin Paradis´durchdachtes, akzentuiertes, effektives und dadurch sehr songdienliches Drumming schafft die Basis für die Nachvollziehbarkeit der ausufernden Gitarrenarbeit des Duos Freyre/Tougas, die bei aller technischen Verspieltheit nie den Fokus, nämlich den der brutalen Schwere verliert. Es geschieht einfach ungemein viel und da, wo sich die Band auf den Vorgängeralben merklich bremste, hat man hier den Prellbock gesprengt und die Songs mit beeindruckender technischer Versiertheit fein säuberlich zu Ende komponiert. Geradezu wohltuend ünterscheidet sich "The Phobos/Deimos suite" in Produktion und Klang von zeitgenössischen Veröffentlichungen.


In diesen Geschwindigkeitsregionen kommen auch sie nicht um getriggerte Bassdrums herum, aber die ansonsten grassierende Sterilität moderener Produktionen bleibt dem Hörer erspart. Es wurden sogar einige leicht ungenaue DB-Passagen im Original belassen, was wiederum der Authentizität einen großen Dienst erweist und einfach verdeutlicht, dass hier immer noch Menschen am Werk sind. Man stelle sich eine Scheibe wie z.B. Deceptionists "Initializing irreversible process" mit einer annähernd authentischen Darbietung vor.


Im Verlauf der Songs brach sich beim Rezensenten in Sachen Komplexität eine Art Beruhigung Weg, weil an den Stellen, an denen manch anderer vielleicht ein bisschen schludert, deutlich die Detailverliebtheit der Musiker zu Tage tritt.

Die wenigen Verschnaufpausen, die Serocs gewähren, wirken im Nachgang eher wie Häme, weil es nach diesen Pausen unvermittelt brutal, kondensiert und komprimiert wieder voll zur Sache geht.

Das Erfrischende der Songs ist ihre wenig stark ausgeprägte Vorhersehbarkeit. Die genre-eigenen Standards der Kompositionen liegen natürlich vor, aber man hat diese um einige unerwartete Wendungen ergänzt, indem man Auflösungen und Übergänge geschickter variiert, als das gemeinhin der Fall ist.


Einzelne Songs an dieser Stelle hervor zu heben wäre müßig, da keiner aus dem hohen Level, das die Scheibe von Anfang vermittelt, herausbricht.

Eröffnet und abgerundet wird The Phobos/Deimos Suite von einem Artwork, das aus der Feder von Nicola Samori stammt und ein wenig die Vibes neuerer Eliran Kantor (Hate Eternal, Thy art is murder) verbreitet.

Für den geneigten Tech Death Connaisseur fühlt sich Sercos´neues Kraftwerk an wie für den Masochisten ein Bad in rostigen Hohlnadeln.

That´s where we jump!


Bewertung: 4,5/5


Rezension von Kim

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