The Black Court - Red - Phantom Delusive


Gleich mit dem Opener ihres full lenght Debuts zeichnen die 5 niedersächsischen Hauptstädter ihre Marschrichtung klar vor.

Zweifellos gehören sie zur zweiten Welle des Melodic DM, deren Götheborger Wurzeln zwar deutlich entsprochen wird, ohne sich allerdings in schnöden Kopismen zu ergehen.


Fast allen der 8 stringent komponierten Songs ist ein starkes Rock feeling gemeinsam. TBC haben es es nicht eilig denn da, wo einstige Genregrößen dem high speed stakkato Gehacke Vorschub leisteten, agieren TBC in einem stimmigen und songdienlichen midtempo Bereich, aus dem sie nur stellenweise überlegt und mit Ansage ausbrechen.

Stattdessen kredenzen die Herren eine Menge saftige und kraftvolle Riffs, die auf einem punktgenauen Rhythmuskonstrukt augebaut wurden. Einige der Leads, die die grundlegende Melodik der Songs aufgreifen erinnern geschmeidig an die Frühwerke der seligen Desultory. Auch wenn sie es nicht eilig haben, kommen die Songs schnell zum Punkt

Man hält sich nicht mit irgendwelchem Geschnörkel auf, das wahrscheinlich nur von dem eigentlichen feeling der Songs ablenken würde. Willste, kriegste, haste....

Die Produktion tut ihr Übriges, um den gelungenen Eindruck der Scheibe zu unterstützen. Eine Heimproduktion von solcher Güte findet man leider nur selten in diesem Teil des Undergrounds. Transparente und druckvolle Gitarren, ein Mix, der auch dem Bass gerecht wird und vor allem ein punch von den Drums, der einen die Fäuste ballen lässt, wenns auf geht in Richtung der 12.

Auf dieser Basis, liegt ein durchaus variabler Gesang, der zwar größtenteils voluminös growlend aber auch mal crank weil kehlig, mal rasend weil sägend daherkommt. 

Vielleicht sollte man künftig bei den spoken words Passagen allerdings drauf achten, etwas weniger in die Akzentkerbe der etwas bekannteren Lokalmatadoren unter der Führung von Klaus Meine zu hacken ;)

In Zeiten, in denen viele Bands den gewöhnlichen Reifungsprozess ungemein beschleunigen und  deswegen in Veröffentlichungfluten drohen unterzugehen, trotz himmel hoch jauchzender Attribuierung seitens des verantwotlichen Labels, stechen TBC mit einem grundsoliden Antrittsalbum angenehm hervor. Man wünscht der Band, dass ihr ein Unter ferner liefen Dasein wie seinerzeit das der Melodic DM Enthusiasten von Source oder The Wake (beide 2003) erspart bleibt und sie die Chnace bekommen werden, viele Bühnen zu beackern.

Schickt die Buben mit Deserted Fear oder Nailed to obscurity durch die Lande und seht, welchen Schaden sie werden anrichten können....


Let us see what you can do!


Bewertung: 3/5


Rezension von Kim

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