Veil of Ignorance - Beyond Death


Angesichts von Bandnamen und Albumtitel verbieten sich von vorneherein jegliche Toleranzmargen, was die zu erwartende Ausrichtung der jungen Band aus Hannover angeht.

Unbekümmert und enthusiastisch brettern vier Songs daher, deren Wurzeln in der frühen Schaffensphase alt-englischer und süd-schwedischer Krawallmacher liegt. All jene, die  derzeit mal eine Klampfe beackert hatten, werden sich dran erinnern, wie ihnen ein Licht aufging, als sie schreddenderweise zwischen E und F hin und her wechselten und dass das genau in die Richtung ging, in die man gehen wollte.

Behalf man sich damals noch mit scheppernden Proberaumaufnahmen, überspringen Veil of ignornance diesen Schritt und legen stattdessen gleich ein Demo von ansprechender Qualität vor. Die Produktion strotzt vor wohliger Tiefe und auf den voluminösen Drums breitet sich ein differenzierter Gitarrenteppich aus, den man bei vergleichbaren Frühwerken eher selten findet. Es braucht keine quantifizierte Hochglanz Ohrenwischerei, um zu vermitteln, was sich Veil of ignorance auf die Fahnen geschrieben haben.

Mit "Face-off" findet sich ein kleines John Woo Zitat, mit "Nailgun lobotomy" eine Reminiszenz an Cannibal Corpse, zumindest in textlicher Hinsicht. Die Songs verkünden "Hommage statt Innovation" und das gelingt ihnen vortrefflich. Gerade heraus, unverkrampft und unverkopft wird hier getrümmert und gegeifert.  In Zeiten zunehmender Künstlichkeit der Präsentation und übertriebener Komplexität schreiberischer Ergüsse, ist es schön und beruhigend zugleich zu sehen, dass sich die nachwachsende Generation auf die Ursprünge besinnt, statt zeitgenössischen Kopisten nachzueifern. Man kann sich von Veil of ignorance getrost zu einen Nostalgie flash anstoßen lassen; mein persönlicher begann mit "Delete" von Coercion.

Nun da die letzten Töne von "Nailgun lobotomy" verklungen sind, wird klar, dass wenn die Jungs dereinst auf ihre Anfangstage zurückblicken, sie das stolz und wohlwollend werden tun können.   Töte es nochmal, Sam !


Bewertung 3/5

Rezension von Kim



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