Rock on the Beach

Wart ihr schon einmal auf einem Konzert im Schwimmbad? Ich bisher noch nicht, und das ist einer der Gründe, warum das Rock on the Beach mich so fasziniert hat.

Seit 18 Jahren treffen sich Musikbegeisterte im Senner Waldbad, um zu feiern und zu schwimmen. Das Ganze nennt sich dann Rock on the Beach und wie es 2019 war, konnte ich mir mal anschauen. Also Badeklamotten an und ab ins Getümmel.

 

Auf zwei Bühnen traten 15 Bands auf, immer abwechselnd, sodass es vor jedem neuen Auftritt unter dem Publikum zu einem kleinen Sprint zur anderen Bühne kam, aber dies machte den Auf- und Abbau weit entspannter und garantierte nicht nur durchgängig Musik, sondern auch ein attraktives kleines Sportprogramm. Ein gutes Konzept, hervorragend umgesetzt und in dem kleinen Rahmen auch für müde Beine nicht zu viel verlangt. Wer's ganz bequem haben wollte, setzte sich halt in die Mitte.

 

Thema dieses Jahr war eindeutig die musikalische Auseinandersetzung mit Gesellschaftskritik. Vor allem die Punkrock-Band “Radio Havanna” heizte dem Publikum gut ein und war für mich eines der Highlights des ohnehin schon großartigen Nachmittages. Ebenso energiegeladen und politisch zeigten sich “Kopfecho” mit alternativem Punkrock. Frontsängerin Amy stand keine Sekunde still und begab sich zwischenzeitlich auch in die Menge der tanzenden Zuschauer. Hier kam sogar die Sonne raus.

Radio Havanna

Kopfecho

Beim Battle of the Bands konnten vier Nachwuchsbands ihr Können zeigen und auf den Sieg und damit einen festen Platz beim nächsten Rock on the Beach hoffen. Dabei schafften es die Musiker von “Driftwood” nur ganz knapp vor “Ascendency” auf den ersten Platz, der aber umso verdienter erkämpft wurde. Wir gratulieren und freuen uns auf die Performance in 2020.

Die Gewinner des letztjährigen Contests, “All Nine Yards”, zeigten im Anschluss noch einmal, dass sie mit ihrem “MetalPopGrungeHardRock” (Selbstbeschreibung der Band) auch in diesem Jahr die Menge im Griff hatten.

 

Der Nachmittag war größtenteils bewölkt,  dies tat aber der Stimmung keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil: sobald es hieß “Schwimmbad wird freigegeben”, fanden sich die Badebegeisterten im Wasser wieder. Für das nächste Mal muss ich mir auch die Badehose einpacken. Schwimmen zu guter Musik, zu diesem Genuss kommt man sonst eher selten!

Ascendency

All Nine Yards

Leider musste ich nach ein paar Liedern von “Soulbound” schon abreisen und konnte mir Bands wie die “Killerpilze” und Tribut-Band “Alex im Westerland” nicht mehr ansehen. Dennoch gibt es beide Daumen nach oben für einen großartigen Nachmittag im Schwimmbad.

Das Konzept, möglichst vielen Bands vor allem auch aus dem Lokalband-Bereich eine Bühne zu bieten, geht auf. Mit viel Engagement stellt das Team vom Rock on the Beach ein kleines, aber feines Projekt auf, welches meine Empfehlung für das nächste Jahr garantiert.

Viel Musik für wenig Geld, und das in einem ungewöhnlichen Ambiente!

Bilder und Bericht von Alex

Soulbound