SITD und Any Second Konzertbericht

Direkt nach dem Konzert von The Other machte ich mich auf den Weg nach Hannover zu SITD und Any Second. Sichtlich erschöpft (verdammt ich werde alt XD) schleppte ich meine Ausrüstung und meine Übernachtungstasche Richtung SubKultur. Vor dem Laden traf ich bereits die Mitglieder der Band Any Second und Inhaber Jens, die sich lachend auf dem Personenleitgeländer aufstützen. Als ich hinter ihnen in die Sub ging, fragte mich der Chef: “Na, stehst du auch auf Aspartam?“, ich antwortete: „Klar! Weißt du wieviel Cola Light ich trinke?“. „Das ist aber voll gefährlich!“, wurde mir entgegnet und die Gruppe brach wieder in schallendes Gelächter aus. Da bin ich wohl das erste Mal dem Running Gag des Abends begegnet. Wie er zu Stande kam, weiß ich allerdings nicht. Vielleicht wieder einer dieser unzähligen Lebensmittelskandale oder eine Lightprodukte-Diskussion ….

Ich hörte den Begriff „Aspertam“ noch einige Male an diesem Abend, stets gefolgt von großem Gelächter. Selbst Any Second Sänger Jan Kluge baute das Wort in einen Song von Any Second ein.

.......und Aspertam......

Any Second spielte als Duo an diesem Abend. Sänger Jan betrat de Bühne mit Maske und langem Mantel. Eine bewundernswerte Aktion, wenn man die Temperaturen an diesem Abend berücksichtigt. So war es nicht verwunderlich, dass er beides nach den ersten Songs auszog. Seine  Schritt- und Tanzeinlagen wurden durch die wehenden Bänder an seiner Bondagestyle-Hose verstärkt.

Das Setting war düster, kühl und mit viel Nebel. Die eingängigen Elektrorhytmen wurden vom kreischenden Gesang förmlich zerrissen. Dies ist ein sehr starkes Stilmittel, welches den kritischen Texten von Any Second nur zu Gute kam. In den Gesangspausen traten die düster erfüllenden Rhythmen allerdings deutlich hervor und lockten zum Tanze. Jans energiegeladene Performance wirkte kraftvoll und dynamisch, besonders in diesem düsteren-kühlen Setting. Zwei Kurzvideos vom Any Second Auftritt könnt Ihr Euch auf unserem YouTube Kanal ansehen. Hier geht’s zu den Videos.

Mit viel Strobo, wummernden Bässen, Nebel und dunklen Zitaten begannen SITD ihre Show. Nun tanzten fast alle im Publikum. Sänger Carsten suchte immer wieder den Kontakt zum Publikum. Er kniete nah am Bühnenrand, suchte Augenkontakt, schüttelte Hände und winkte die Menschen immer wieder näher an sich heran. Das kommt beim Publikum gut an und brachte menschliche Wärme in das sonst eher kühl und futuristisch wirkende Setting.

Während der Gesangspausen schritt Carsten die Bühne im militärisch anmutenden Schritttanz immer wieder auf und ab. Die Bühne wirkte zu klein für ihn. In den tragenden Stellen oder den gezielt gesetzten ruhigen Phasen eines Songs verharrte er gern in epischer Pose, mit ausgebreiteten Armen und gezielt eingesetzten Lichteffekten. Dies unterstrich noch einmal die Wirkung der zumeist stark sozialkritischen Texten und dramatischen Elektro Hymnen.

Die Stimmung im Publikum war extatisch, aufgeladen mit Emotionen und Begeisterung. Der Saal kochte im wahrsten Sinne des Wortes. Die Temperatur stieg unaufhaltsam durch die tanzenden Massen. Ich war total nassgeschwitzt und das obwohl ich ganz ruhig stand und fotografierte

SITD spielte drei Zugaben. Als letzten Kracher spielten sie ihren bekannten Song „Snuff Machinery“. Die Menschen unten rasteten aus. Was für ein Abschluss! Ich wage zu behaupten, dass niemand an diesem Abend enttäuscht wurde. Den Song „Lebensborn“ konnten wir für Euch mitfilmen. Hier findet ihr ihn.

Aufgrund des extremen Einsatzes von Kunstnebel gibt es diesmal nur wenige Bilder vom Auftritt. Diese findet ihr aber hier.

Bilder und Bericht von Brina