Vogelfrey - Tanz und Triebe Tour

Konzert in der SubKultur Hannover

Am 15.02.2019 besuchte ich meinen Lieblingsclub SubKultur in Hannover. Es war schon zu Beginn ziemlich voll und der Geruch von Met lag in der Luft.

Als erste Band spielten Haggefugg. In schicken bunten Mittelalterkostümen rockten sie als erste das Publikum. Die zwei Dudelsäcke tönten lauthals durch die Subkultur und waren auch draußen noch glockenklar zu hören. Haggefugg heizte das Publikum an mit Party Folk Rock und Sänger Gregor Krähenkehle überzeugte durch Stimmgewalt. Zum Ende hin gab es sogar einen Preis: Eine Möhre, die eigens Krähenkehle gehörte, konnte hier den Besitzer wechseln und zusammen mit dem neuen Album erworben werden. Ich erinnere mich, später am Abend, eine Dame beherzt in diese Möhre beißen zu sehen. Ein Schelm, wer hier an zweideutige Dinge denken mag ;)

Nach dem feucht-fröhlichen Party Folk von Haggefugg wurde es wild und frei mit der Pirate Folk Metal Band Storm Seeker aus Düsseldorf. Sänger Timo versetzte uns zurück in die raue Zeit der Seeräuber mit seinem kehligen Gesang. Die harten Metalklänge waren wild und stürmisch wie die See und konnten nur durch das sirenenhafte Spiel der Damen Fabi an der Drehleier und Sandra am Cello etwas besänftigt werden. Eine gelungene Mischung aus Folkelementen und Metal. Hier flogen dann auch kräftig die Haare im Publikum.

Ich hatte zwischenzeitlich die Gelegenheit, etwas mit dem Violinisten Alex von Vogelfrey zu reden. Ein sehr, sehr aktiver und geselliger Mensch mit einem wundervollen Humor. Wer mich ein wenig kennt, weiß dass ich eher ruhig und gemütlich unterwegs bin. Von außen müssen wir gewirkt haben wie eine gemütliche Bärin die sich mit einem wuseligen Eichhörnchen unterhielt. Doch diese Gegensätzlichkeit war unglaublich spannend für mich. Ich habe sehr viel gelacht an diesem Abend!

Nun war ich gespannt ihn auf der Bühne zu sehen. Er hat mich auch dort überzeugt. Ein großartiger Violinist, der in Umbaupausen das Publikum mit dem Song der Cantina Band aus Star Wars unterhielt. Das Nerdmädchen in mir jubelte. Warum es eine Umbauphase gab? Leider war der Drummer der Band an diesem Abend erkrankt so dass die Drummer der anderen Bands einsprangen. Damit nicht einer ein ganzes neues Set in dieser kurzen Zeit lernen musste, wechselten sie sich ab. Unglaublich wieviel sie in der kurzen Zeit lernen mussten und es dann noch so grandios umsetzen zu können verdient die höchste Anerkennung. Ich habe mich sehr gefreut die Cellinistin Johanna wiederzusehen, die ich bereits von Incantatem kannte. Ebenfalls eine herausragende Musikerin.

Mein Herz hatte die Band mit ihrem Song “Mittelalterrockstar“ erobert. Ich liebe es wenn eine Band mit viel Humor arbeitet und dies auch noch stilvoll umzusetzen vermag. Ich empfehle jedem sich das Video zum Song anschauen. Es gibt zwei Versionen, mir gefällt diese persönlich am besten:

Quelle: YouTube

Sänger Jannik moschte mit seinen wahnsinnig langen Haaren und bewies sowohl Stimmgewalt als auch musikalisches Talent an der Schalmei.

Als Zugabe spielte die Band ihre Version von Scooter – How much ist the fish. Das führte zu einer spontanen Polonäse im Publikum und es wurde viel gefeiert.

Nach dem Konzert ließ Inhaber Jens es sich nicht nehmen noch etwas Scooter aufzulegen. Zwar gab es keine Aftershowparty aber mit Scooter war selbst der Abbau sehr unterhaltsam und lustig. So war mein letzter Eindruck an diesem Abend: Metaler die selbstironisch und hemmunglos zu Scooter hüpften! Das erlebt man auch nicht jeden Abend.

Bericht und Bilder von Brina