The Black Court

Konzertbericht

Am 11.01.2019 besuchte ich die Record Release Party (Neujahrespunch Vol. II) von The Black Court. Sie spielten in der SubKultur Hannover und wurden von drei weiteren Bands unterstützt: Final Cry, Confession by Silence und Impact.

Der Sänger der Band Final Cry beeindruckte durch einen imposanten Backenbart und einer sehr kehligen Stimme. Die erfahrene Band bespielt seit 30 Jahren die Underground Metalszene mit ihrem Mix aus Mix aus Heavy, Thrash und Melodic Death Metal und gab den Auftakt.

Confession by Silence betrat als nächstes die Bühne. Die Melodic Death Metal Band aus Hamburg hat einen sehr ausdrucksstarken und kraftvollen Sänger und heizte das Publikum nochmal richtig an für die Stars des Abends: The Black Court.

Die dritte Band des Abends betritt die Bühne. Impact ist eine Death Metal Band aus Leipzig und konnte sich über großen Andrang an der Bühne erfreuen. Viele im Publikum unterstützten die Band durch ausgiebiges Headbangen. Der Schlagzeuger fiel mir bei dieser Band sehr positiv auf. Der Mann hat definitiv Talent!

The Black Court übernahm ein gut gelauntes Publikum und wurde gebührend gefeiert. Die ersten Gäste, bekamen zu ihrem Eintritt auch eine Loszahl. Sänger Oskar verloste dann jeweils eine CD der Bands von diesem Abend. Das kleine Losspiel wirkte auflockernd und wurde belustigt kommentiert.

Die Band spielte das ganze Album auf der Bühne und das Publikum feierte mit. Haare flogen, Menschen wurden auf den Händen durch den Saal getragen und die Pommesgabel war überall zu sehen. Besonders ausgeprägt war der Einsatz der Nebelmaschine an diesem Abend, wie man an den Bildern sehen kann.

Beim Song "The Maze" gab es noch eine Überraschung. Britta Görtz die bis Mitte 2018 als Sängerin der mittlerweile leider aufgelösten Cripper war und seit ca. einem Jahr bei Critical Mass singt, betrat die Bühne und growlte ein Duett mit Oskar. Wie wir erfuhren, ist sie ebenfalls auch Oskars Vocalcoach. Verdammt, die Frau hat es echt drauf!

Das war ein sehr lauter und kraftvoller Metalabend in der SubKultur. Ich hatte noch das Vergnügen mit Sebastian und Oskar ein kleines Interview in den liebevoll gestalteten Backstagebereich zu führen. Dieses Interview ist etwas ganz Besonderes geworden, denn während wir Sprachen, hatte eine Band noch einen verspäteten Soundcheck. So wurden wir teilweise von Keyboardparts unterbrochen bei denen man nicht umhinkam, an die heilige Heavy Metal Messe von Powerwolf zu denken. Zwischendurch schrien mir die Beiden ihre Antworten ins Aufnahmegerät und als eine meiner Fragen von einem horrorfilmartigen Gitarrenriff dramatisch untermalt wurde, bekam ich einen Lachkrampf. Dennoch haben wir das Interview zu Ende gebracht und die Aufnahme wird als Andenken aufbewahrt mit dem Titel: Episches Interview während Death Metal Soundcheck.

Interview mit Oskar und Sebastian

Oskar

Sebastian

Navigator: Wie kam es zu eurem Bandnamen, warum habt ihr das Gericht mit in den Namen genommen?

 

Oskar: Weil ich mir das ausgesucht habe. (lacht) Die Ursprungsidee war, etwas Gesellschaftskritisches zu machen. Zumindest war das meine Idee beim Schreiben der Texte. Da war ich auch noch etwas unerfahren, etwas naiv! Die Idee war, dass jeder für sich seine eigenen Ideen hat, seine Schubladen, und damit selbst Schattenurteile fällt. Das ist auch das, was das Leben in unserer Gesellschaft so schwierig macht und so kompliziert. Diese Annahme war/ist meine Grundüberzeugung und deswegen habe ich mich damals für diesen Namen entschieden. Von den Texten her passt es auch immer noch. Kurz: „Ist doch eh alles scheiße!“. Wenn man das einmal begriffen hat, geht es einem auch viel besser.

 

 

Navigator: Euer erstes Album heißt „Gray – The Colours Of Fire And Pain”, euer neues Album heißt “Red – Phantom Delusive”. Warum habt ihr euch für Farben als Hauptnamen der Alben entschieden?

 

Oskar: Das hat unser Schlagzeuger Phil damals vorgeschlagen. Die Idee kommt aus einem Song „The Colours Of Fire And Pain. Die Aussage war, leicht pseudophilosophisch, dass Grau eigentlich die Farbe für alles ist, sowohl Leid als auch Schmerz.

 

Sebastian: Das passte dann auch super zu dem Instrumental Track, den wir in diese Richtung auch angedacht hatten.

 

Oskar: Das mit den Farben war ansonsten jetzt nicht wirklich ein großes Konzept das wir verfolgt haben, sondern eher eine Idee von uns die gerade gut reinpasste. Danach haben wir erst gemerkt wieviel man mit Farben eigentlich rüber bringen kann.

 

Sebastian: Farben sind ja seit jeher Symbolträger und haben natürlich einen metaphorischen Hintergrund.

 

Navigator: Warum ist euch denn der gefühlvolle Teil des Death Metals so wichtig?

 

Oskar: Also für mich ist Musik einfach ein Ausdruck von Emotionen. Klar, wir könnten jetzt auch ganz stumpf einfach drauf knüppeln a lá Canibal Corpse. Das ist zwar geil aber auch stumpf. Wenn man jetzt Texte hat, die auch über etwas Herzblut verfügen, dann ist es zumindest für mich als Sänger auch wichtig, eine Ausdrucksmöglichkeit dafür zu haben.

 

Sebastian: Bei uns Instrumentalisten, bis auf Alex, kommt es auch daher, dass wir keinen reinen Metalbackground haben. Daher sind wir in unserer musikalischen Entwicklung auch mit mehr melodiösen Stücken aufgewachsen und diese Erfahrungen fließen einfach mit ein. Wir waren auch nie eine reine Grindcore Gruppe. Wir hören sowas ganz gerne mal aber nicht nur. So haben wir beim Songwriting auch eine breitere Palette.

 

Oskar: Daher ist es eine schöne Schnittmenge aus verschiedenen Geschmäckern.

 

 

Navigator: Eine Kritik an eurer ersten EP war der „schwache rote Faden“. Glaubt ihr, ihr habt den roten Faden auf diesem Album besser im Griff oder haltet ihr die Kritik für unbegründet?

 

Oskar (scherzt): Klar, es heißt ja sogar Red! Ich würde es gar nicht roter Faden nennen sondern eher eine rote Fläche! Es ist alles unterschiedlich, aber irgendwie doch in einem zusammenhängenden Netz.

 

Sebastian: Man könnte sagen es gibt eine gewisse Schnittmenge zwischen den Songs.

 

Oskar: Genau, wir haben mehr eine Schnittmenge als einen roten Faden. Wir erzählen also keine zusammenhängende Geschichte sondern es ist halt ein schönes Paket aus allem.

 

Sebastian: Nachdem wir auf der EP alles veröffentlicht haben was wir fertig hatten, haben wir bei diesem Album schon mehr darauf geachtet die Songs besser aufeinander abzustimmen. Allerdings müssen wir uns auch immer noch ein wenig finden. Daher finde ich Schnittfläche ganz gut….ehm Schnittfläche….was sagt der Mathematiker unter uns dazu? Eine Schnittfläche?

 

Oskar (hebt die Hände zum Himmel und flucht Unverständliches): Darüber unterhalten wir uns später nochmal!

 

 

Navigator: Wie steht ihr denn zu dem Kult um den Göteborgsounds? Ist das für euch die richtige Stilrichtung, würdet ihr euch als Anhänger oder Band des Göteborgsounds beschreiben?

 

Sebastian: Das kommt ganz darauf an WEN du aus der Band fragst! Es divergiert auf jeden Fall. Ich bin eher ein Kind der moderneren Schule, der modern amerikanischen Groove Schule. Ich mag aber auch den Göteborgsound, nur glaube ich, dass er nicht zu den Riffs passen würde die wir spielen. Ich glaube, dass mit dem Göteborgsound nicht die Stimmung und die Wucht rüberkommen würden, den wir versuchen aufzubauen. Phil und Alex wiederum lieben den Göteborgsound, wissen aber auch, dass es nicht zu uns passen würde.

 

Oskar: Wobei Alex ja nur den alten Göteborgsound mag! Da spalten sich aber die Meinungen in der Band und in der Szene ebenso.

 

Sebastian: Da können wir aber auch gut trennen. Jeder in der Band kann persönliche Vorlieben von dem trennen, was für die Band funktioniert. Zusammengefasst kann ich sagen: Ich finde den Sound gut, der hat damals gut funktioniert, aber man muss auch nach vorne schauen. Die Welt dreht sich halt weiter und auch die Verstärker haben sich weiterentwickelt.

 

 

Navigator: Das Melodic Death Metal Genre ist bekanntlich überlaufen von Newcomern, dennoch stecht ihr aufgrund eurer Vielfältigkeit heraus und werdet daher wieder erkannt. Warum habt ihr euch gerade dieses Genre ausgesucht, das so einen großen Zulauf hat und wie ist euer Plan um weiter herauszustechen?

 

Oskar: Wir haben uns gar nicht bewusst dieses Genre ausgesucht.

Sebastian: Aus Ermangelung an Alternativen. Wir hadern selbst damit ob wir es so nennen können und nennen wollen, aber wir sind auch nicht auf einen gemeinsamen Nenner gekommen, wie wir es anders treffend beschreiben wollen, ohne das es ein irre langer Ausdruck wird. Sagen wir mal Progressive Djentcore.

 

Oskar: Progressive Djentcore Minimalistic Techno Vikings! Oder so… Wir sind der Meinung für Death Metal sind wir zu melodisch und für Melodic Death Metal zu unmelodisch. Wir haben uns ja auch nicht bewusst diese Musikrichtung ausgesucht, sie ist einfach entstanden. Wir haben einfach musiziert und dann ist es einfach passiert, dass wir nun einen überlaufenen Musikstil haben.

 

Sebastian: So pathetisch es klingt, aber wir machen einfach das was uns gefällt und ziehen unser eigenes Ding durch. Wir haben halt alle einen unterschiedlichen musikalischen Background und das hier ist halt die Schnittmenge. Wir schauen wo es hinführt und versuchen weiterhin alles unter einen Hut zu bekommen, ohne dass es nach musikalischen Fetzenteppich klingt.

 

Oskar: Ich mag Teppich.

 

Sebastian: Oskar, das ist jetzt ne andere Geschichte!

Navigator: Ihr habt mit Aeonyzhar zusammengearbeitet. Was verbindet euch neben eurer Heimatstadt noch mit dieser Band?

Sebastian: Der Alkohol! Wir haben uns wirklich auf einer Metalparty kennengelernt.

 

Oskar: Falls das Kasi mal irgendwann lesen sollte…..Pommes! Tablet! Rockhaus!

 

Navigator: Ok, ich kann das reinnehmen wenn ihr das möchtet.

 

Oskar: Ja, das hat uns alle sehr verstört. Ich weiß gar nicht wie wir an die dran kamen!?

 

Sebastian: Ich meine Phillip hat die irgendwann mal angeschleppt.

 

Oskar: Nach und nach hat man sich dann kennengelernt und die waren dann auch dafür verantwortlich, dass die EP nun so klingt wie sie klingt.

 

Navigator: Was habt ihr für 2019 vor?

 

Oskar: Ich würde sagen: Wir haben jetzt ne dicke Visitenkarte, die kann man jetzt vorzeigen! Dadurch ergeben sich neue Türen, durch die man durchgehen kann und wir werden erstmal anfühlen welche Türen das halt so sind. Da wir geographisch weit verstreut sind, werden wir auch noch nach einer Möglichkeit suchen, produktiv zu arbeiten.

 

 

Navigator: Wenn ihr euch heute bereits aussuchen könntet, was einmal, in einer weit entfernten Zukunft, auf eurem Grabstein stehen soll, was würdet ihr schreiben lassen?

 

Oskar: Is so! Ob du willst und nicht!

Sebastian: Hello darkness my old friend.

Oskar: Oder: Wahre Größe …körperlich.

 

Vielen Dank für eure Zeit!

Bericht und Interview von Brina