Interview mit Phil und Colin von The Brains

Die kanadische Psychobillyband The Brains gründete sich 2002. Das Trio besteht aus Sänger und Gitarrist René de la Muerte, Kontrabassist Colin the Dead und Schlagzeuger Phil the Beast. Früher trat die Band oft mit Kostümen aus der Horrorszene auf doch stoppte dies, aufgrund von mehreren Infektionen durch ständiges Makeup und Kontaktlinsen. Der Musikstil ist eine Mischung aus Psychobilly und Heavy Metal mit starken Gitarrensolos. Inhaltlich beschäftigen sich die Songs mit Themen aus dem Horrorgenre, HP Lovecraft und auch natürlich zwischenmenschlichen Beziehungen. Am 6.10.2017 trat die Band im Bastard Club Osnabrück auf und würde von Jamey Rottencorpse And The Rising Dead, einer Horrorpunkband aus Bremen, supported. Vor dem Konzert nahmen sich beide Bands etwas Zeit für ein paar Fragen:

Navigator: Ich habe gehört, dass ihr das Makeup und die Kontaktlinsen nicht mehr tragen könnt, weil es zu schlimmen Entzündungen kam, stimmt das?

Colin: Ja, das stimmt. Die Entzündungen kamen primär von den Kontaktlinsen aber das Makeup machte alles noch schlimmer. Wir schwitzten auf der Bühne und das Makeup lief in unsere Augen. Also beschlossen wir es einfach mal wegzulassen denn es war nicht den Effekt wert den es einbrachte. Daher machten wir eine Show àla Kiss Unmasked! Es lief gut und das Publikum war nicht schockiert unsere Gesichter zu sehen oder enttäuscht.

Navigator: Welchen Effekt hatte es auf das Publikum noch?

Colin: Es machte uns realer und nahbarer. Die Menschen sahen nun die echten Mitglieder das Band und nicht nur unsere geschminkten Bühnenpersönlichkeiten. Dadurch kamen wir unseren Fans ein gutes Stück näher. Einige unserer engsten Freunde entstammen Treffen mit Fans. Im Endeffekt war es für uns also das absolut Beste ohne Makeup aufzutreten.

 

Navigator: Ich bin ganz besonders an dem Song: “The Monster Within“ interessiert. Dieser Song fällt musikalisch auf, da er einen Bruch mit dem Psychobillystil darstellt und mehr in die Richtung heavy Metal geht. Warum habt ihr euch entschieden für diesen Song den Stil zu wechseln?

Colin: Ich glaube das Album enthielt sogar noch mehr Songs die eher in das Genre Heavy Metals fallen würden. Auch auf unserem neuen Album sind einige Songs die in diese Richtung gehen. Wir versuchen und musikalisch immer selbst herauszufordern, schneller, härter und komplexere Stücke zu spielen. Zu der Zeit des Songs las ich eine Menge H.P. Lovecraft und daher entstand der Song fast schon von selbst. Wir möchten auch gerne mehr Songs in diesem Bereich machen.

Navigator: Da ihr sowohl die Psychobilly Bands aus Kanada und aus Deutschland kennt, könnt ihr mir sagen, ob man einen regionalen Unterschied im Musikstil feststellen kann?

 

Colin: Ich denke, dass jede Band immer ihren eigenen Stil hat und man das nicht pauschal sagen kann. Nimm mal die großen Psychobillybands aus Kanada, wir haben alle einen ganz eigenen Stil. Neben uns gibt es noch die Gutter Demons die viel härter spielen oder die Labrats, die haben mehr einen Garagenstil.

Phil: Ich denke, wenn man einen gewissen Unterschied hören kann, kann man es in europäischen und amerikanischen Psychobilly aufteilen.

Colin: Genau und kanadischer Psychobilly ist eine Mischung aus amerikanischem und europäischem Psychobilly. Es ist offener und mit weniger Bluesanteilen

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Navigator: Da ihr sowohl die Psychobilly Bands aus Kanada und aus Deutschland kennt, könnt ihr mir sagen, ob man einen regionalen Unterschied im Musikstil feststellen kann?

 

Colin: Ich denke, dass jede band immer ihren eigenen Stil hat und man das nicht pauschal sagen kann. Nimm mal die großen Psychobillybands aus Kanada, wir haben alle einen ganz eigenen Stil. Neben uns gibt es noch die Gutter Demons die viel härter spielen oder die Labrats, die haben mehr einen Garagenstil.

Phil: Ich denke, wenn man einen gewissen Unterschied hören kann, kann man es in europäischen und amerikanischen Psychobilly aufteilen.

Colin: Genau und kanadischer Psychobilly ist eine Mischung aus amerikanischem und europäischem Psychobilly. Es ist offener und mit weniger Bluesanteilen

Navigator: Wenn ihr euch aussuchen könntet mit einer anderen Psychobillyband aufzutreten, welche wäre das?

Colin: Wir haben es immer geliebt mit Mad Sin und den Nekromantix aufzutreten aber wir haben bisher noch nicht mit Batmobile gespielt und die sind eine meiner Lieblingsbands. Also wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich mich für Batmobile entscheiden um sie von meiner Wunschliste abhaken so können.

 

 

Navigator: Colin, in fast allen Musikvideos die ich von euch gesehen habe, streckst du in einer Einstellung deine Zunge raus. Hast du mal darüber nachgedacht, dir ein Zungenpiercing mit einer Botschaft, dem Bandnamen oder einem stilisierten Gehirn machen zu lassen?

 

Colin: Ohh nein! Das würde ich nicht machen. Wahrscheinlich würde ich mir damit die Zähne raushauen oder es irgendwie damit schaffen mein Gesicht unter Strom zu setzten. Ich habe ein Tattoo im Mund, mehr lasse ich in meinem Mund nicht mehr machen!

 

Navigator: Du hast ein Tattoo in deinem Mund?

Colin: Ja, verdammt! Ich habe mir den Namen meiner Exfreundin in den Mund tätowieren lassen. Von ein paar Jahren habe ich meinen Freund gebeten es unkenntlich zu machen und es als eine Axt zu kaschieren.

 

 

Navigator: Es ist kein Geheimnis, das ihr Horrorfans seid. Wenn ihr in einem Horrorfilm eine Figur eurer Wahl spielen könntet, welche würde das sein?

 

Colin: Dracula!!!

 

Phil: Ich würde vermutlich ein Werwolf sein wollen.

 

 

Navigator: Die nächste Frage ist für René aber vielleicht könnt ihr sie mir auch beantworten. Ich habe gelesen, dass seine kleine Tochter das Mädchen in dem Musikvideo zu  „Out in the Dark“ spielt. Ich möchte gerne wissen ob ihr alle versucht eure Familien in eure Arbeit zu integrieren?

Colin: Nicht wirklich! In einigen unserer älteren Videos, kann man einige unserer damaligen Freundinnen sehen aber dies war das erste Mal das wir ein Familienmitglied in unsere Arbeit mit einbezogen haben. Die Kleine hat das wirklich toll gemacht und sich, trotz des langen Drehtages, nie beschwert.

 

Phil: Ja, aber wir konnten sie nie zusammen mit dem Monster filmen weil es ihr solche Angst gemacht hat. Wenn sie also im Video das Monster anschreit, schrie sie in Wirklichkeit uns oder eine Wand an und wir mussten es nachher zusammenschneiden.

 

 

Navigator: In eurem Song “Stay Back“ geht es um einen Mann und eine Frau die für andere Personen in ihrem Umfeld nur Ärger bedeuten. René hat sich den Schriftzug „Stay Back“ auf beide Seiten seines Halses tätowieren lassen. Hat er das getan, weil er sich mit den Personen in dem Song identifizieren kann?

 

Colin: Der Songtext wurde von mir geschrieben und ich denke, dass René einfach die artistische Umsetzung von Garry Poland so unglaublich gut gefallen hat, dass er diese Tattoo hat machen lassen. Garry Poland ist ein kanadischer Künstler der schon mit vielen großen Horrorprojekten gearbeitet hat und er hat ein paar Tattoentwürfe für die Vinylpressung des Albums gemacht. René hat diese Arbeit unglaublich gut gefallen und auch das Gefühl das hinter dem Song steht und daher hat er sich den Songtitel tätowieren lassen.

Navigator: Womit können wir in nächster Zeit von euch rechnen? Arbeitet ihr an einem neuen Album oder speziellen Projekten?

 

Colin: Oh, das ist wirklich spannend. Wir haben zwei Liveshows aufgenommen und drei neue Songs und wir arbeiten an weiteren. Sie werden durch Renés neues Label veröffentlich werden: Bat Cave Records mit Sitz in den USA. Zudem haben wir noch mehr Projekte geplant. Wir wollen mehr Videos machen. Nach dieser dreiwöchigen Europatour haben wir vier Tage Pause und starten dann gleich weiter in unsere vierwöchige Amerika Tournee mit den Nekromantix. Wir arbeiten zudem an neuen T-Shirt Designs zu unseren neuen Songs.

 

Phil: Wir planen außerdem unsere neuen Songs in anderer Art und Weise zu veröffentlichen: Wir veröffentlichen drei Songs auf einmal und dann weiter über das Jahr verteilt. Das ist ein neuer aufregender Weg für uns. Wir werden also durchgehend Songs veröffentlichen anstatt einmal im Jahr und hoffen damit auch unsere Fans anzusprechen.

 

Colin: Wir freuen uns sehr, dass wir unsere Fans so durchgehend mit neuen Dingen versorgen können. Das ist einfach auch der Zahn der Zeit. In Zeiten von Streamingdiensten und YouTube sind die Leute es gewohnt andauernd mit neuen Veröffentlichungen versorgt zu werden. Also dachten wir uns: Lasst es uns mal versuchen!

 

Navigator: Nun meine Lieblingsfrage: Wenn ihr euch heute aussuchen könntet, was einmal auf eurem Grabstein stehen soll, was würdet ihr schreiben lassen?

 

Colin: Vielleicht sowas wie:“Thanks for everything! Get fucked!“

 

Navigator: Vielen Dank für eure Zeit!
 

Artikel geschrieben von Brina
Copyright der Bilder liegen bei Brina; the BRAINS und Carl Thériault

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