Interview mit The Other

Annähernd 17 Jahre sind sie nun schon unterwegs – The Other. Angefangen haben sie als Misfits Coverband, doch schon bald entwickelten sie ihren eigenen Stil und ihre eigenen Songs. Durch die Höhen und Tiefen der Horrorpunkbewegung hindurch blieb die Band, trotz einiger Mitgliederwechsel, stabil und wurde bald schon zur bekanntesten Horrorpunkband Europas. Mit eigenem Label, Horrorpunkfestival (durch Sänger Rod Usher) haben die „Erben der Misfits“ längst ihre eigene Dynastie geschaffen und können selbstbewusst neben den amerikanischen Vorbildern auf der Bühne stehen.  Auf dem Tombstone Stomp in Bielefeld haben wir sie getroffen und durften Sänger Rod Usher und Gitarrist Ben Crowe mit Fragen löchern. Was der Band und ihren Mitgliedern jedoch absolut fehlt sind Starallüren. Die Atmosphäre war super entspannt und Rod war sich nie zu schade, uns auch noch im Nachhinein ein paar Nachfragen zu beantworten. Auch auf der Bühne zeigen The Other große Publikumsnähe, selbst nachdem Rod aus Spaß das Mikrophon geklaut wurde. Es war uns eine Ehre mit diesen großartigen Musikern zu sprechen und wir freuen uns schon, sie möglichst bald wieder auf einem Konzert zu besuchen.

 

Hier geht’s zum Bericht vom Tombstone Stomp.

Das Interview mit Rod Usher und Ben Crowe

Photo by Sascha S. Goldbach, www.itwaitsart.de

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Navigator: Als ich euch zum ersten Mal hörte, wurdet ihr mir vorgestellt als „Die Erben der Misfits“. Wie findet ihr diesen Titel?

Rod: Das würde ich als Ehre wahrnehmen. Natürlich kommt es immer darauf an wer es sagt, aber grundsätzlich klingt es sehr positiv. Es ist kein Geheimnis, dass wir eine Misfits Coverband waren und ich ein riesen Fan bin. Ich habe gerade noch auf dem Weg im Auto Misfits gehört. Ich glaube allerdings auch, dass wir in den 17 Jahren Bandgeschichte und speziell seitdem Ben und Pat dabei sind und jetzt wieder Fabian (Scarecrow), uns musikalisch weiterentwickelt haben. Natürlich bleiben aber die Roots: die Mitsingrefrains und zwischendurch singen wir mal ein Ooooohoooooohooo.

Ben: Klar, das ist natürlich eine Art genetischer Code, aber als Band entwickelst du dich doch immer weiter.

 

Rod: Wäre auch doof wenn nicht!

Navigator: Das sehe ich auch so, aber Erben sind ja keine Kopie des Beerbten sondern eine Weiter-entwicklung.

 

Rod: Sehr treffend, das finde ich gut! Also dementsprechend durchaus ein Lob. Ich würde auch gerne zu dem Konzert, das die Misfits jetzt angekündigt haben, allerdings im Stadion für 200$ das Ticket, das ist dann natürlich nicht mehr Punkrock….aber ich würde es gerne sehen. Ihr würdet es auch gern sehen, oder?

 

Navigator: Schon, aber nicht für 200$!

Navigator: Auf eurer Bandhomepage habt ihr zu jeder Bühnenfigur von euch eine Geschichte. Der Kreaturendompteur, der Werwolf, der verrückte Arzt usw. Nun hat Chris die Band verlassen und Scarecrow ist zurück. Wie ist denn seine Geschichte?

Rod: Ja, da schreiben wir gerade dran. Ich habe zumindest schon mal die ersten drei Sätze geschrieben…..Im Grunde geht es darum, dass er unaussprechliche Dinge getan hat und gerade als er exekutiert werden soll, fährt seine Seele in die Vogelscheuche, die auf dem nahe gelegenen Feld steht. Das ist der erste Entwurf. Vielleicht versuche es noch etwas, nicht ganz so offensichtlich zu schreiben….aber egal! Es ist nun mal Horror und Horror darf auch gerne mal etwas cheesy sein. Er ist einfach so ein bisschen der Typ, der am Mast hing und dann…..

Ben: Ein bisschen Klischee darf ja auch mal sein! Und wer den Fabian kennt, der weiß, das passt!

Rod: Genau so ist es! Das passt einfach! Im positiven Sinne.

Ben: Er hängt immer gerne auf´m Feld rum.

Rod: Mit nem Stock im Arsch!

Photo by Sascha S. Goldbach, www.itwaitsart.de

Navigator: Und verscheucht komische Vögel?

Rod: Ja, auch das! Wobei, er ist selbst ein komischer Vogel….Nein, das ist alles nur Spaß. Der Fabian hat alles andere als einen Stock im Arsch. Er ist einfach super. Wir lachen die ganze Zeit mit ihm und es ist wirklich ein Homecoming. Er ist von Herzen wieder willkommen. Das macht uns sehr glücklich.

Navigator: Warum habt ihr euch für die Bühnenfigur entschieden, die ihr nun verkörpert?

Rod: Gute Frage! Ben hat seine Figur gleich mitgebracht.

 

Ben: Naja, die ist genau genommen erst kurz vor knapp entstanden. Wir haben ein paar Ideen hin und her jongliert und soweit ich mich erinnere ist sie erst zum WGT 2013, vor meinem ersten Gig, wirklich fertig geworden. Backstage haben wir noch mit Makeup rumexperimentiert und es war erst kurz vor dem Gig fertig.

 

Rod: Als wir die Band gegründet haben, war es eine Misfits Coverband. Bei den Misfits gab es Dr. Chud, also musste unser Drummer natürlich auch ein Doktor sein, dann halt Dr. Caligari. So gesehen war wenig Spielraum. Wir waren damals noch nicht so ausgefuchst, wir haben halt schwarz getragen und uns was Weißes ins Gesicht gemacht. Mittlerweile ist da viel mehr Konzept und Story hinter. Dass ich zum Beispiel so ein bisschen Werwolfgene habe, ist erst nachher entstanden. Bei den anderen gucken wir jetzt schon etwas mehr hin. Der Clown war natürlich ein super Kostüm, da hatten wir aber auch das Glück, dass das eine Kostümbildnerin gemacht hat. Scarecrow ist natürlich auch sehr klassisch. Schwer wird es jetzt nur noch, wenn wir nochmal eine Figur brauchen würden.

 

Navigator: Was ist mit einem Vampir?

 

Rod: Hm, also Untote sind wir ja alle und ein Vampir…dann rutscht man schnell in Blutengelgenre oder Umbra et Imago. Ich möchte nichts gegen die Bands sagen, aber das sind einfach nicht wir.

 

(Anmerkung der Redaktion: Der Schrecken vom Amazonas wäre noch eine Idee, aber wir wollen auch keinen Wechsel der Bandmitglieder. Wir mögen die Band so wie sie ist sehr gern. Sollte allerdings jemand die Figur wechseln wollen: Kiemenmenschen for the win!)

Navigator: Ihr entwickelt die Figuren ja auch kontinuierlich weiter.

 

Rod: Manchmal wollen wir uns halt auch etwas anderes anziehen.

Navigator: Die neue Hose passt wie ich sehe. Glückwunsch, du wolltest doch abnehmen dafür!

 

(Anmerkung der Redaktion: In einem Interview, das Rod wenige Wochen vorher gab, erzählte er von seiner neuen schwarz-weiß gestreiften Bühnenhose für die er aber noch etwas abnehmen müsse.)

 

Rod (beißt in ein Stück Pizza): Ich habe nicht abgenommen, da ist Stretch drin!

 

Ben (macht Rod nach): If hab nifft abgenomm´. Da ifft Streff din!

Photo by Brina

(alle lachen)

 

Rod: Ich hatte vorher eine schwarze Kunstlederhose und das war dann wie in einer Sauna.

Navigator: Ihr seid jetzt schon so lange im Horrorpunk unterwegs, dass ihr uns vielleicht eine Frage beantworten könnt. Warum gibt es in dem Genre so wenige Frauen auf der Bühne?

Rod: Ne ganze Zeit war Psychobilly ja mit im Horrorpunkgenre und Psychobilly war der heiße Scheiß. Da kamen dann die ganzen Mädels, die Bettys mit den Skullclips in den Haaren, auf die Bühne. Female fronted Psychobilly gab es da noch und nöcher. Von Kitty in a Casket über Marge and the Stonecutters, Horrorpops und wie sie alle hießen. Jede süße Frau hat –gefühlt- gesagt: ”So, jetzt sing ich auch!”, super geil. Aber kaum ist das Genre etwas abgeebbt, sind sie alle weg. Ich hab gehört die Horrorpops reformieren sich wieder. Ich finde es auch doof, dass es da nicht mehr gibt.

 

Ben: Ich fände es auch richtig gut, wenn wieder mehr Frauen dabei wären.

 

Rod: Obwohl, wir waren ja mit Kitty in a Casket auf Tour und mit Scarlet and the Spookey Spiders. In beiden Bands spielen Frauen und beide sind auch sehr lieb. Das hat uns sehr viel Spaß gemacht. Es gibt noch We´re Wolves aus Oberhausen. Die Sängerin ist auch eine gute Freundin von mir…..aber sonst?

 

Navigator: The Creepshow aus Canada.

Rod: Klar, natürlich. Die kenne ich ja auch schon seit Urzeiten. Die haben ja damals auch auf dem Fiendfest gespielt. Ich bin ein bisschen traurig, dass die beiden Schwestern da jetzt weg sind. Ich finde die neue Sängerin zwar sehr sympathisch, aber stimmlich nicht ganz so gut wie die anderen beiden. Sie ist halt etwas rotziger und punkiger.

 

Navigator: Genau das finde ich wiederum viel besser. Das ist Geschmackssache.

 

Rod: Genau, das ist Geschmackssache. Sie kann definitiv gut singen, aber es ist mir zu Destillers-mäßig.

 

Navigator: Mich hat sie live einfach überzeugt.

 

Rod: Klar, die rennt durchs Publikum, klettert an der Bühne hoch und gibt Vollgas. Sie ist halt etwas weniger Mädchen-Mädchen.

 

Navigator: Gibt es Tage an denen ihr keine Lust auf Horror habt?

Rod: Also auf Horror hab ich wirklich nicht jeden Tag Lust.

Navigator: Wenn man jetzt Dead "Richy" Gein spricht, sieht es ja ganz anders aus.

Rod: Ja, das weiß ich. Wir sind seit Urzeiten richtig gute Freunde. Der ist da viel härter, er guckt sich auch den ganzen Splatterkram an. Ich werde langsam ein bisschen fimschig. Umso älter ich werde, umso mehr gucke ich dann die ganz alten Sachen und beim Splatter, Gemetzel und wenn es zu viel Suspense ist, dann bin ich auch raus. Schöne Geisterfilme, sowas mag ich. Im Moment gucke ich einfach gerne ein paar Superheldenfilme.

 

Navigator: Marvel und Co?

Rod: Na klar! Ich bin ein riesen Marvelfan und habe tausende von Comics.

Navigator: Glaubt ihr, dass Musik eine Lösung sein kann, sowohl für gesellschaftliche als auch für private Probleme?

Ben: Ich denke, es kommt da auch ganz stark auf den Grad der Probleme an. Bei privaten Problemen, wenn man sich gerade in einer Krise befindet, dann kann es auf jeden Fall eine Hilfe sein.

 

Rod: Wir bekommen immer wieder mal Mails von Leuten, die sagen der und der Song hat mir geholfen. Wenn man sowas hört ist das natürlich super. Ich glaube, dass Musik helfen kann, Inspiration sein kann…. David Hasselhoff hat die Mauer eingerissen, also auch politisch und gesellschaftlich kann da viel passieren. So nämlich!
Wenn wir jetzt mal ernst werden, wir haben gesehen was Woodstock bewirkt hat. Vereinen kann es die Welt vielleicht nicht, aber es kann Dinge anstoßen. Jede große Bewegung hatte ihren eigenen „Soundtrack“. Es ist schade, dass Musik heute zur Begleiterscheinung wird und nicht mehr Dinge auslösen kann. Wenn wir uns erinnern welche Emotionen Musik bei uns ausgelöst hat und es auch noch tut.

Jede große Bewegung hatte ihren eigenen „Soundtrack“

 

Ben: Ich erinnere mich an eine Situation da war ich unterwegs in Hamburg. Ich habe dort Urlaub gemacht mit meinem besten Kumpel. Da war ich in irgendeinem Plattenladen und hab die Animalize (1984) von Kiss gefunden. Ich war total aus dem Häuschen. Die Animalize hab ich nirgendwo sonst bekommen. Das ist heute gar kein Problem mehr, man streamt es einfach und fertig. Aber dieses Gefühl es in der Hand zu haben…sowas gibt es heute einfach nicht mehr. Dieses Gefühl ein Album, egal ob Vinyl oder CD, in der Hand zu halten es auszupacken. Das ist etwas ganz Besonderes. Ich habe Alben zu Hause da verbinde ich so viele Emotionen mit.

 

Rod: Genau das was Ben gerade erzählt hat, so erging es eine zeitlang grundverschiedenen Menschen. Da gab es den Maurer aus Itzehoe und der Professor aus Mönchengladbach, aber die haben genau dasselbe gefühlt. In diesem Gefühl waren sie verbunden. Heute hast du die Tussi aus da und die andere von da und die hören vielleicht noch ein bisschen den rothaarigen Typen mit der Klampfe.

 

(Brina guckt verwirrt und fragend die beiden Musiker an)

 

Ben: Er meint Ed Sheeran.

Rod: Genau. Dann kennen die aber auch nur die drei Hits. Da fehlt die Verbundenheit, das Gefühl. Alle kennen ja nur noch diese drei Hits und das war es. Diese Verbundenheit gibt es aber noch. Du findest sie auf Wacken, auf dem Summer Breeze usw. Da treffen sich noch Menschen die Bock auf Musik haben und das teilen. Hier und heute waren vielleicht auch Leute da, die Bock haben die Musik zu feiern, das Ganze zu feiern und sich selbst auch ein wenig zu feiern. Wir leben jetzt in einer Zeit in der Musik nicht mehr die Rolle hat die sie früher hatte und das finde ich sehr schade, aber die Leute, die es noch schätzen, die sind eine kleine verschworene Gemeinde….und zu der gehören wir auch!

Navigator: Wieso habt ihr immer einen deutschen Song auf jedem Album und ist Deutsch nicht eventuell die bessere Horrorsprache wegen der gutturalen Aussprache?

 

(Rod lässt ein kehliges Knurren verlauten)

 

Navigator: Genau das meine ich!

 

Rod: Also dass wir überhaupt deutsche Songs haben, das kam durch Zufall. Auf dem zweiten Album Passion for the kill, da ist die dritte Strophe auf Deutsch und das kam spontan im Probenraum. Das fanden wir alle geil. Ich wusste gar nicht wirklich was ich da gerade singe und hab etwas auf Deutsch gesungen. Das kam super an. Danach kam der Tod steht ihr gut, das kam richtig gut an, mit Anna von Rosenstolz im Duett. Dann ging das so immer weiter, aber es fällt mir verdammt schwer. Witzigerweise ist der Ben jemand der möglichst verspielt spielt und er hat bei Morgen ohne Grauen das Riff gemacht, das war so enorm eingängig, dass ich sagte: “Junge, da geht nur ein deutscher Text!“.

 

Ben: Es ist irgendwie Tradition geworden, einen deutschen Song auf den Alben zu haben.

 

Rod: Ich wehre mich auch nicht dagegen zwei zu haben, aber der Song muss sich anbieten.

 

Ben: Ja, wir machen keinen deutschen Song nur um einen zu haben.

 

Rod: Genau, manche Songs funktionieren nicht auf Deutsch. Dann braucht man natürlich auch die Inspiration für einen Text. Gerade gibt es da wieder einen Anwärter auf einen deutschen Song. Der Refrain ist dort absichtlich so primitiv wie es nur geht, ich finde es auch richtig geil so! Wir werden sehen ob er es schafft. Wir haben sogar mal in einer Bierlaune überlegt, ob wir ein ganz deutsches Album machen wollen, aber dafür würden wir fünf Jahre brauchen, um das zu schreiben. Dementsprechend machen wir immer weiter so. Ein bis zwei Songs auf Deutsch.

 

Ben: Et kütt wie et kütt.

Quelle YouTube

Navigator: Ist der Song „Morgen ohne Grauen“ autobiografisch?

Rod: Ja, definitiv. Das kennt eigentlich jeder. Alpträume nachts, gute Träume nachts oder morgens aufwachen und denken: “Oh nein, jetzt fängt mein normales Scheißleben wieder an!“. Das ist einfach der Vergleich zwischen den beiden Welten. Das Dunkle muss nicht schlecht sein und das Helle muss nicht gut sein. Du kannst aufwachen und dich freuen und du kannst aufwachen und denken: „Was für ne Kacke!“. Genau das kennt jeder und genau das habe ich in diesem Moment auch gefühlt. Ich habe neben meinem Bett einen Notizblock liegen. Ich weiß noch ganz genau wie ich morgens dort einfach ein paar Stichworte reingeschrieben habe und daraus ist dann dieser Song geworden. Also genaugenommen war das Riff zuerst da. Dann hat man Fragmente im Kopf, dann plötzlich hat man ein Thema und dann ging es weiter. Es sind viele Songs, zum Teil autobiografisch.

Navigator: Wir haben jetzt zwei Teilfragen zu einem Song und zwar: What it´s like to be a monster. - Das ist übrigens auch der Lieblingssong meiner Tochter, die ist 4.

Rod: Es hat auch einen eingängigen Refrain.

Navigator: Ja, aber sie denkt es geht um ein Monster das Dono (Don´t know) heißt. Mehr versteht sie ja nicht.

 

Ben: Das ist das Gleiche wie mit dem kleinen Jungen, der bei Bloodsucker immer hört: „Siehst du Jan?“ (She is too young).

Rod: Dann sag ihr bitte schöne Grüße auch von Dono.

Quelle YouTube

Navigator: Ihr habt den Song so wundervoll animieren lassen. Wir haben uns das Video mehrfach angeschaut und versucht, die verschiedensten Anspielungen zu finden. Wir haben Cthulhu gefunden und Dr. Caligari sowie diverse Monster aus dem Lovecraft Universum. Wieviel Einfluss hattet ihr auf den Inhalt des Videos oder hat der Zeichner es selbst entworfen.

Rod: Ne, wir haben schon einzelne Szenen als Ideen vorgegeben. Zum Beispiel die Szene, einer dreht sich und es entsteht ein umgedrehtes Kreuz. Chuhutlu und Dr. Caligari haben wir auch mitgegeben als Ideen. Dann hat er uns aber wirklich auch überrascht. Zum Beispiel mit der Cunnilingus Szene.

 

Ben: Als ob er mich kennt, wirklich.

 

Rod: Ben ist unser großer Cunnilingist. Er kann viele Sprachen und die besonders gut! (lacht) So wird es gesagt… Aber auch das mit der Domina war klasse…..

 

Navigator: Müssen wir jetzt eine ab 18 Sperre reinmachen?

 

(Alle lachen)

Rod: Er ist Ungar und auch ein riesen Kiss Fan. Er fragte immer: „Wie ernst oder wie lustig darf es denn sein?“ und wir haben immer gesagt: „Es soll nicht lächerlich sein, aber es darf ein wenig Augenzwinkern dabei sein!“. Ich finde, er hat den Spagat super hinbekommen. Es ist nicht doof aber ein wenig lustig und sexy, also wir sind super zufrieden damit. Wir haben auch nichts kritisiert. Ich habe einmal gesagt: „Hömma, ich bin der Einzige der doof aussieht. Ich seh` ein bisschen alt aus!“ hat er aber nicht geändert…der Arsch! (lacht)

 

Navigator: Wir haben es mit unserem Lektor zusammen angeschaut und bei einigen Figuren kamen wir ins Diskutieren. Was ist denn dieser grüne Frosch?

 

Rod: ja, das wissen wir auch nicht. Das hat ein Fan von uns mal aufgelöst: Tsathoggua – auch ein Lovecraft Monster.

 

Navigator: Na toll, jetzt hat unser Lektor mal wieder Recht gehabt. Und was ist mit der Frau in Roboterkleidung?

 

Rod: Die ist von Metropolis.

 

Navigator: Verdammt! Er hatte schon wieder Recht. Dieser Mann weiß echt alles!

Navigator: Wie weit seid ihr mit eurem Hörspiel?

Rod: Der Horrorautor Thomas Williams hat ein Exposé geschrieben und ist heute hoffentlich auch noch hier. Wir wollten gleich auch noch darüber sprechen. Ich bin allerdings nicht mehr sicher, ob wir gleich noch alle dazu in der Lage sind. Es wird trashig, es wir pulpig und weird. Noch sind wir noch gar nicht so weit, es gibt Ideen. Der mit mir dieses sehr lange Interview gemacht hat, hat sich als Sprecher angeboten und auch ein paar Sachen geschickt. Die waren richtig gut, es kann also auch gut sein, dass er es wirklich wird. Der redet dann natürlich nicht so wie im Interview. Wir werden uns selber sprechen und dann müssen wir gucken, dass wir da noch andere Charaktere bekommen. Da wir absolute Amateure sind, brauchen wir um uns herum Leute die richtig sprechen und betonen können. Obwohl, Dr. Caligari spricht ja nicht, der macht immer nur: „Hmmgrnnnpff!“ oder „Oooohhhhwahhhh!“. Es gibt also einen Plan aber wir wissen noch nicht ob es ein Bonus zum Album oder ein eigenes Ding wird….wir haben einfach Bock drauf und wenn wir es einfach bei YouTube hochladen. Wir wollen das machen. Wir haben ja schon zwei Comics gemacht…eh...

Navigator:….nen kleinen Film…..

Rod guckt fragend und setzt die Bierflasche ab.

Navigator: Ja, wir haben ihn geguckt!

Rod: Wirklich??? Eieiei!

Navigator: Klar, Alex hat sogar überlegt ob er sich so einen Ritterhelm für das heute Interview bastelt! Ich fand es super witzig!

Rod (mit tiefer Stimme): Go get them Sarge!...Man, man, man….der verschwendetste Tag meines Lebens. Pass auf! Was ihr nicht wisst ist, bei dem war ich schon mal kurz vorher. Für einen Film namens UNRATED.  Da war ich in einer Szene mit Vivian Schmitt. Vivian war fast nackt, ich hatte eine Hundeleine um den Hals und wurde von ihr geführt. Sie hat einen Succubus gespielt und ich sollte der Höllenhund sein. Ich musste nur „Arrr, Rrrrrrr“ und „grr, wooof“ machen! Ich wollte gar nicht in die Szene rein, aber ich wurde dann halt gebraucht und sie war nackt. Da hab ich gesagt „Na gut!“

Ben: Wenn man schon mal da ist….

Rod: Genau! Wenn ich schon mal da bin, dann mache ich das auch! Ich bin aber heilfroh, dass keine Sau den kennt. Ich habe eine DVD bekommen und ich glaube ich habe ihn nie angeguckt!

 

Ben: Jetzt wo du es sagst, muss ich doch mal suchen!

 

Rod: Ich glaube den gibt es nicht online. Den findet man nicht! Der ist verschollen im Nirvana.

 

(Anmerkung der Redaktion: Der medienkompetente Leser* sollte keine Probleme haben, Rods letzte Aussage mit wenigen Klicks zu widerlegen! Wir haben uns trefflich amüsiert, fanden jedoch den singenden Dämon sehr anstrengend.)

Rod: Ich glaub ich hatte das nicht erzählen sollen!

(Anmerkung der Redaktion: Grrr, Wooof!)

 

Navigator: Was steht 2019 denn noch an?

Rod: Ein paar Konzerte aber sonst ist der Plan Songwriting. Wir müssen ein neues Album machen um wieder auf Festivals zu spielen. Eigentlich wollten wir dieses Jahr touren, mit Wednesday 13. Der hat uns jetzt aber, nach anfänglich großem Interesse, abgesagt weil er jetzt mit Static X auf Tour geht. Damit sind dann unsere Tourpläne zurückgestellt worden, weil wir halt kein neues Album haben. Nächstes Jahr geben wir dann Vollgas. Dafür können wir dieses Jahr ein wenig Urlaub machen und ein paar Songs schreiben und Projekte machen.

 

Navigator: Wenn ihr euch heute entscheiden könntet, was in einer hoffentlich fernen Zukunft, einmal auf eurem Grabstein stehen soll, was würdet ihr schreiben lassen?

 

Rod: Auf Kölsch gibt es: Et gibt ein Läben, en Läben nach dem Tod oder I was made for loving you! Abgesehen davon will ich eh eingeäschert werden.

Navigator: Da gibt es auch eine Platte!

Ben: Ich würde mir nur wünschen, dass „The Fairy Fellows Master Stroke“ gespielt wird. Das ist ein Song von Queen, vom ersten Album. Kennt kein Mensch aber ist einfach ein großartiger Song.

 

Navigator: Vielen Dank für eure Zeit!