Dancin´round the Trailerpark

Dancin` round the Trailerpark

Zu Rock`n roll und Country wurde in unserer Bielefelder Kiez Kneipe „Heimat+Hafen“, in den Mai getanzt. Den Sound dafür lieferten die ostwestfälischen Bands Varmints and Vagrants und die Shameless Boppers.

„Dancin´ round the  Trailerpark“ ist wohl das perfekte Motto, wenn die „Unerwünschten“ oder die „Bettler und Hausierer“ zur Feier und zum Trinken laden. Zoltán „Mobil“ von Baronfeind, Leadsinger/Kontrabassist von Varmints and Vagrants, Kontrabassist bei den Shameless Boppers, Tätowierer und Inhaber zweier bekannter Tattooläden, füllt mit den harten und doch melodischen Klängen seines Kontrabasses die leider noch ziemlich leere Bar. Die Varmints and Vagrants bleiben trotz des mäßig besuchten Konzerts professionell und liefern eine musikalisch einwandfreie Show ab. Besonders genial und unverwechselbar ist der Sound der Lap-Steel-Gitarre, die zusätzlich vom Lead Gitarristen „Don Andy“ gespielt wird. Er ist aber nicht der Einzige, der gleich mit zwei Instrumenten überzeugen kann. „Reverend Rooster“ spielt sowohl die Rhythm guitar als auch zusätzlich ein 5-String-Banjo. Trapper Tommy sitzt am Schlagzeug. Die verschiedenen und für den Musikstil typischen Instrumente bringen die Facetten des Cowpunks authentisch rüber und lassen einen immer wieder auf´s Neue interessiert aufhorchen. Die Varmints and Vagrants gibt es schon seit vielen Jahren. Sie spielten zusammen mit den Meteors, Demented are go, Mad Sin, Flinstones und anderen Rock- und Punkbands. Sie sind bekannt für ihren unverwechselbaren Sound, einer Mischung von Punk, Country, Cowpunk und Psychobilly. Es ist zwar ruhiger um sie geworden (Familiengründung etc.), aber in Vergessenheit geraten sie so schnell nicht und wir freuen uns, sie evtl. wieder öfter auftreten zu sehen.

Als die Shameless Boppers die Bühne betreten, haben leider nur ein paar wenige Leute mehr in den so gemütlichen Heimat+Hafen gefunden. Doch davon lassen sich auch die Shameless Boppers nicht irritieren und Mobil, der sich ja eh schon warm gespielt und an den Anblick der wenigen Zuschauer an diesem Abend gewöhnt hat, sowieso nicht. Wenige Besucher, heißt aber nicht gleich automatisch auch schlechte Stimmung! Den Gästen gefällt, was sie hören und so wird nach jedem Song lautstark applaudiert und gepfiffen.

Blondi, der Gründer der seit 2016 bestehenden Band, steht am Schlagzeug. Vielleicht gibt es den/die ein oder andere/n, der/die ihn noch aus der Zeit kennt, in der er in einer Jerry Lee Lewis Coverband gespielt hat?! Unter Blondi B. Rockmann and Band (1994-2001) waren sie bekannt. Damals hat er noch ganz „Lewis-Like“ in die Tasten gehauen. Grandios spielen kann er aber auch Gitarre und nun steht er sogar am Schlagzeug. So kann es natürlich kein Zufall sein, dass sein Sohn Alex an der Lead Gitarre und als Sänger mit seinen 16 Jahren einfach Fantastisches leistet! Ich habe ihn das letzte Mal vor c.a. 2 Jahren in der Extra Blues Bar spielen sehen und bin begeistert und fasziniert, welch eine Entwicklung er seitdem schon hingelegt hat und bin gespannt, was uns in Zukunft erwarten wird. Das Gitarre- und Schlagzeugspielen hat ihm sein Vater Blondi beigebracht, den Gesang hat er sich selbst angeeignet. Weiter so, Alex! 

Es macht auf jeden Fall noch mehr Spaß zuzusehen und zuzuhören, wenn Songs von Jerry Lee Lewis, Gene Vincent und anderen Rock`n´Roll-Größen im eigenem Stil gecovert und mit so viel Herzblut und Spaß performt werden.

Im Anschluss hat Dj Oz (Mitgründer vom „Tombstone Stomp“) die Tanzfläche mit klassischem Rock`n´roll, Rockabilly und Soul beschallt, wozu auch einige Gäste ordentlich das Tanzbein geschwungen haben.

Alles in allem ein schöner Abend, aber es hätte voller sein können!

Wo ward ihr alle? Nun ja, die Entschuldigung, dass nun mal Tanz in den Mai war und in Bielefeld einiges geboten wurde, lasse ich hier mal gelten. Wer aber Spaß an Rock´n´roll, Rhythm & Blues, Rockabilly, Country und/oder Cowpunk hat, sollte sich diese Bands das nächste Mal jedoch nicht entgehen lassen!

Bis dahin!

Bericht von Dani